Lage-Stapelage/Müssen. Am Silvesterabend mal schön Essen gehen – das taten am Jahresende viele. Pfarrer Holger Teßnow und seine Frau Angelika auch – in Hamburg. Dort steckten sie sich mit dem Coronavirus, genauer der Omikron-Variante an, was eine Quarantäne zur Folge hat. Das Ehepaar hatte mit anderen Gästen bei einem Italiener gegessen, Teßnow schätzt 20 Personen auf 20 Quadratmetern. Und schon auf der Rückfahrt nach Lage habe sich seine Frau erschöpft gefühlt, erzählt der Pfarrer der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Stapelage-Müssen. Leichte Kopfschmerzen kamen dazu, bei ihm eine verstopfte Nase. Beide sind geimpft und geboostert, aber dachten bei den Symptomen sofort an eine Ansteckung und machten einen Selbsttest mit positivem Ergebnis. Am nächsten Tag ging es zum PCR-Test, sie zu einem Arzt, er zum Drive-In des Deutschen Roten Kreuzes in Lemgo. Einen Tag später kam das Ergebnis: positiv mit der Omikron-Variante. Hohe Viruslast aber keine weiteren Symptome Die Testung sei hervorragend gelaufen, erzählt der Pfarrer. Er wollte den kompletten Laborbericht einsehen und erfuhr so, dass seine Viruslast hoch gewesen sei. Weitere Symptome hatten er und seine Frau nicht, ihnen ging es gut. Aber sie mussten zwei Wochen in Quarantäne. Das Gesundheitsamt ist eingeschaltet, die Quarantäne bereits kontrolliert. Der Sohn erledigt die Einkäufe, auch Gemeindemitglieder boten sich dafür an. Ein Körbchen mit Essen stand vor der Tür. Bei den beiden vergangenen Gottesdiensten in Stapelage und Müssen sprang als Vertreter Ulrich Katzmann ein. Pfarrer Ulrich Wilkens übernahm eine Trauerfeier. Verschiebungen von Beisetzungen seien auch im Krankheitsfall grundsätzlich möglich, versichert Holger Teßnow. Den Konfirmandenunterricht sagte er ebenfalls per Mail an die Eltern ab. „Es geht ganz gut" Ist die Quarantäne belastend für das Ehepaar? Teßnow wehrt ab: überhaupt nicht. Er arbeite und beide würden viel lesen. So nahm er auch einen Krimi vorzeitig in die Hand. Jeder Tag habe gerade wegen der Quarantäne eine feste Struktur. Das Leben habe sich beruhigt, erzählt der 53-Jährige. Im Garten können beide frische Luft schnappen. „Es geht ganz gut", so sein Resümee bislang.Am Samstag müssen sich beide erneut testen lassen, und Teßnow geht davon aus, dass sie ihr übliches Leben wieder aufnehmen können. Die durchgestandene Ansteckung, weiß er, sei nun kein Freifahrtschein. Nach rund 60 Tagen könne sich jeder wieder anstecken, so sein Kenntnisstand. Die Maske werden beide also wieder aufsetzen wie die Gottesdienstbesucher auch. In den Kirchen müssten diese aufbleiben, auch beim Singen. Abstände brauchten dort aber nicht eingehalten werden. Weil die Menschen aber vorsichtig seien, sei der Besuch zu den Gottesdiensten doch merklich schwächer geworden.