Lage-Hörste. Es muss etwas passieren, sonst hat der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt eine kurze Zukunft. Doch was lässt sich ändern, wenn der Altersdurchschnitt der Mitglieder Mitte 70 ist? Mehr Angebote, mehr Vernetzung innerhalb des Dorfes, mehr Werbung für das, was die AWO auszeichnet – das soziale Engagement. In Hörste hat sich im Lauf der letzten Jahrzehnte viel verändert. Früher gab es einen Bäcker, eine Post, einen Blumen- und Gemüseladen, eine Sparkasse und damit viele Kommunikationspunkte. Es gab viele Vereine, die Arbeiterwohlfahrt hat erst kürzlich den 40. Geburtstag gefeiert. Und genau so lange hat Karin Tank die Geschicke des Ortsvereins auch als Vorsitzende geleitet. Viele Aktionen hat die AWO im Dorf angestoßen, es gab Nachmittage mit den Kita-Kindern, Vorlesestunden in der Grundschule, Wanderungen, Feste – alles, was auch die Mitgliederbindung gestärkt hat. Kaffeetrinken beliebt Durch die Pandemie ist in den vergangenen beiden Jahren vieles notgedrungen weggefallen, aber Tank sieht darin nicht den einzigen Grund, dass es einfach nicht richtig vorwärts geht. „Unsere Kaffeetrinken sind beliebt, da wird in erster Linie viel geredet, die Geselligkeit kommt an", sagt Tank. Aber alles andere werde eher nicht angenommen. Wobei sich die Vernetzung untereinander gerade dann auszahle, wenn es persönliche Probleme gebe. Die AWO-Mitglieder machten Krankenbesuche, kauften ein und seien einfach mal nur auch für ein Gespräch zur Stelle. „Wir helfen uns untereinander und kümmern uns. Und wie viele leben im Dorf, die keine Kinder in Reichweite haben?", sagt Susanne Kleinegees. Auch die Nachbarschaft habe sich verändert, man kenne sich nicht mehr so wie früher. „Wir brauchen neuen Schwung", sagt Carola Werning, die davon überzeugt werden konnte, den Vorstandsposten von Karin Tank zu übernehmen. Die 59-Jährige hat auch ein Team um sich, das im Vergleich zur Mitgliederstruktur durchaus jünger ist. Doch die Frage bleibt, wie man sich wieder bekannter macht, wie man herausstellen kann, dass es wichtig ist, eine Arbeiterwohlfahrt zu haben. „In Hörste sind viele jüngere Familien hergezogen, sie müssen wissen, dass wir etwas machen, was nicht nur für Ältere ist. Wir wollen die Generationen verbinden", sagt Werning. Schließlich gehe es auch um soziales Engagement. Jüngstes Beispiel ist die spontane Sammelaktion für das Kinderheim in Stapelage. Dort wurde eine neue Waschmaschine benötigt – der AWO-Ortsverein kaufte sie nach Rücksprache mit Erika Rosenfeld, die die Flucht aus Mariupol mit einem Team organisiert hatte, sofort, innerhalb von drei Tagen lief sie bereits. Neue Projekte Um mehr auf sich aufmerksam zu machen, will der neue Vorstand Waldführungen anbieten, Schulungen für das Smartphone und den Umgang mit dem Tablet, mit Grundschule und Kindergarten sollen wieder mehr Aktionen geplant werden. Vorlesestunden wären eine Option, und gerne dürften sich auch neue Mitglieder mit ihren Ideen einbringen. Außerdem, da ist sich der Vorstand einig, sollten sich die Vereine untereinander mehr vernetzen. „Es haben doch alle die gleichen Probleme, da sollten wir uns gegenseitig mehr unterstützen."