Lage-Hardissen. Es ist die erste barrierefreie Kindertagesstätte, die an der Ina-Seidel-Straße ihren Platz gefunden hat. Im März vergangenen Jahres hatten die Baumaßnahmen nach rund vierjähriger Planung begonnen. Mit ein paar wetterbedingten Verzögerungen hat der Vermieter das Gebäude Anfang Mai diesen Jahres an die AWO als Mieter übergeben. Etwa die Hälfte der Kinder, die insgesamt in der Kita Platz finden werden, füllen das neue Haus bereits mit Leben und gewöhnen sich langsam ein.
Schlicht und unaufgeregt kommt die 715 Quadratmeter große Kindertagesstätte am Kreisel der Ina-Seidel-Straße daher. „Das ist genauso gewollt“, verriet Architekt, Bauherr und Vermieter Sebastian Ernst. „Die Kinder werden das Gebäude automatisch mit Leben füllen und bunt gestalten. Außerdem ist bereits bei den Planungen darauf geachtet worden, dass, sollte dieser Fall jemals eintreten, das Gebäude auch etwa als Wohnraum genutzt werden kann, wenn kein Bedarf mehr an Kindergartenplätzen besteht.“
73 zusätzliche Plätze
Aktuell sehe es nach einem solch rückgängigen Bedarf nicht aus, im Gegenteil. „Wir haben bereits eine Kita der AWO in der Lindenstraße“, erklärten die beiden Leiterinnen Iris Lukas und Dagmar Bahra. „Der Bedarf an Betreuungsplätzen ist immer mehr gestiegen, sodass wir hier jetzt 73 zusätzliche Plätze anbieten können. Gemeinsam mit unserem Haus an der Lindenstraße sind die beiden Kitas unser Familienzentrum.“
Auf zwei Etagen finden sich in dem Gebäude zwei, mittlerweile bunt gestaltete Gruppenbereiche, die zum Spielen und Verweilen einladen. Ein Service-Bereich beherbergt die Büros und Mehrzweckräume. In einer zentralen Küche wird täglich frisch gekocht und in jeder Gruppe kann in einer kleinen Küchenzeile Frühstück zubereitet werden. Lediglich der 1150 Quadratmeter große Garten ist bisher nur grün. „Wir wollten den Regen noch abwarten und werden jetzt in den Sommerferien mit der Gestaltung des Außenbereichs beginnen“, sagte Bahra. Aktuell würden die Kinder die umliegenden Spielplätze besuchen.
Handwerkerpreise stabil gehalten
2,4 Millionen Euro habe der Bau insgesamt gekostet, erklärte Ernst. „Geplant hatten wir ursprünglich mit rund 2,2 Millionen Euro, mussten also ein wenig mehr investieren.“ Dass die Kosten nicht noch höher geworden sei vor allem der langjährigen Zusammenarbeit mit verschiedenen lokalen Firmen zu verdanken, die dafür gesorgt habe, dass die Handwerker ihre Preise stabil hielten. Das Gebäude werde mit einer Wärmepumpe beheizt, erklärte Ernst. Außerdem seien die Dächer des Gebäudes begrünt und die Nutzung des Gebäudes auch durch die Unterteilungsmöglichkeit der verschiedenen Bereiche flexibel. „Wir fühlen uns hier richtig wohl“, sagte Bahra. Sie wird sich bis zum 1. August, wenn dann der volle Betrieb startet, mit der Hälfte der Kinder und der Hälfte der später aktiven Mitarbeiter, langsam eingewöhnen.