Lage-Hörste. Die Notunterkunft ist Geschichte, seit Mitte Juli ist das ehemalige Heinrich-Hansen-Haus eine Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE). Für die ZUE Lage bleibt die Bezirksregierung Detmold zuständig. Mit der Umwandlung geht einher, dass es mehr Angebote für die Geflüchteten gibt und alle Dienstleistungen neu vergeben wurden. Der Start verläuft erst einmal ruhig. Aktuell leben 44 Menschen in der Unterkunft. Es soll aber durchaus weiterhin möglich sein, 295 dort unterzubringen. Die Belegung erfolgt schrittweise, denn auch der neue Dienstleister, die Weberhaus Nieheim gGmbH, hat noch 5 Stellen, die aktuell nicht besetzt sind. Weberhaus Nieheim ist ein Tochterunternehmen des Kolping Bildungswerks. Online sind ausgeschrieben eine Lehrkraft für Kunst, eine Verwaltungsfachkraft, ein Erzieher für die Kinderbetreuung, eine Fachkraft für die Sozialbetreuung und ein Sozialpädagoge. Ein bekanntes Gesicht bleibt: Johanna Neugebauer, die bereits für die Malteser gearbeitet hat, bleibt Umfeldmanagerin und ist Ehrenamtsbeauftragte der ZUE in Lage. Alle anderen Dienstleistungen sind ebenfalls wie erforderlich neu ausgeschrieben und vergeben worden. Die Bewa Security übernimmt den Sicherheitsdienst, das Catering ist in den Händen von Ecolog Deutschland, die Sanitätsstation und das Facility Management leitet European Home Care, Paderglanz putzt und die Nava GmbH reinigt die Fenster. Ob die Höchstzahl an Belegungen wieder erreicht wird, könne man nicht sagen, heißt es auf Nachfrage. „Die künftigen Belegungszahlen der Unterbringungseinrichtungen des Landes im Regierungsbezirk hängen unter anderem von der Fluchtbewegung nach Deutschland ab. Die Entwicklung ist nicht vorhersagbar“, schreibt Pressesprecher Peter Westphal. Auch wie lange die Bewohner in der ZUE bleiben, ist nicht genau vorhersagbar. Offiziell soll die Aufenthaltsdauer laut Bezirksregierung Düsseldorf zwischen 3 und 16 Monaten betragen. Aber: „Der Aufenthalt in einer Unterbringungseinrichtung ist abhängig von der konkreten Zuweisung in eine Kommune, für die die Bezirksregierung Arnsberg zuständig ist. Im Einzelfall kann die Dauer des Aufenthalts in einer Unterbringungseinrichtung bis zu 24 Monate betragen.“ Sport, Kunst, Sprachunterricht Im Unterschied zur Notunterkunft wird es in der ZUE mehr Angebote geben, die Anforderungen sind höher. Dazu gehören sportliche Kurse genauso wie Angebote speziell für Frauen oder Sprach- und Musikunterricht. Es wird künftig Unterricht für Kinder und Jugendliche geben, eine Kinderbetreuung und Erstorientierungskurse. Diese Aktivitäten sollen perspektivisch ergänzt werden durch ehrenamtliche Angebote der Nachbarn aus Hörste und Lage. Die Einbindung der Ehrenamtlichen ist laut Bezirksregierung Bestandteil der Ausschreibung gewesen. In der Notunterkunft hätten sich bereits viele Menschen ehrenamtlich oder in Projekten für die Bewohner der Einrichtung engagiert. „Dabei sind spannende Unternehmungen entstanden, von denen Weberhaus Nieheim als Betreuungsverband hofft, dass sie weitergeführt oder auch ausgebaut werden können.“ So wurde im vergangenen Jahr unter anderem eine Fahrradwerkstatt auf dem Gelände aufgebaut, in der die Bewohner ihre Fahrräder unter ehrenamtlicher Aufsicht reparieren können. Ehrenamtliche sollen eingebunden werden Zudem soll in Zukunft regelmäßig ein Begegnungscafé für die Frauen der Einrichtung und Frauen aus der Nachbarschaft stattfinden, „gerne im Haus des Gastes, einem zentralen Gemeinschaftshaus im Ort“. Auch künstlerische Projekte und ergänzende Angebote zum Deutschlernen könnten demnächst wieder stattfinden. Die Kleiderkammer, die auch dank großzügiger Spenden und aktiver Mitarbeit von Ehrenamtlichen aufgebaut worden sei, werde weiterhin für die Bewohner geöffnet sein. Kleiderspenden, vor allem von Herrenkleidung, können – nach Rücksprache mit der Ehrenamtsbeauftragten – abgegeben werden. Die Asylbewerber, die Mitte Mai die Unterkunft verlassen hatten, kommen nicht auch automatisch zurück. Die Bewohner wurden in andere Flüchtlingseinrichtungen der Bezirksregierung verlegt. Die Unterkünfte der Bewohner seien so gewählt worden, dass sie es möglichst nah zu Arbeitsstellen oder zu Schulungsmaßnahmen haben. Wer einen Bezug zu Lage gehabt habe, komme voraussichtlich in die ZUE Lage zurück. Dort ist die Bezahlkarte fest etabliert. Manche Bewohner der Notunterkunft hätten zunächst Probleme mit der Bedienung der App gehabt. Die Probleme seien schnell gelöst worden. Der Betrag wird wochenweise auf die Karte gebucht. 50 Euro sind pro Monat bar abbuchbar. Die Bezahlkarten sind mittlerweile landesweit in allen Einrichtungen des Landes NRW eingeführt worden.