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Lemgo

Besonders gute Integration: Familie Murshudov erhält Aufenthaltserlaubnis

Lemgo. Seit fünf Jahren lebt die Familie Murshudov in Lemgo. Jetzt hat sie eine Aufenthaltserlaubnis für die nächsten zwei Jahre bekommen – wegen guter Integration. „Aufenthaltsgewährung bei gut integrierten Jugendlichen und Heranwachsenden", so die offizielle Bezeichnung. Eine solche hat die Familie aus Aserbaidschan erreicht und sie gilt nicht nur für die 16-jährige Narmin und den 15-jährigen Elchin, sondern auch für ihre Eltern Samir und Fatima.

Besonders gut integrierte Familien haben Anspruch auf diese Aufenthaltserlaubnis. „Es freut uns sehr, dass die Familie das erreicht hat. Es zeigt, dass die Integration in Lemgo gut gelingen kann", erklärt Thomas Lenniger vom Lemgoer Sozialamt in einer Pressemitteilung. Leicht sei diese spezielle Aufenthaltserlaubnis aber nicht zu bekommen, in Lemgo haben es im vergangenen Jahr nur die Murshudovs geschafft.

Der erste Schritt ist die Sprache

Dafür hat die Familie vor allem viel gelernt. Der erste Schritt sei die Sprache gewesen. Zwar konnte sich Samir Murshudov als gelernter Dolmetscher auf Englisch gut verständigen, aber „die Sprache ist der Schlüssel", weiß er nur zu gut. In den Sprachkursen haben sich alle vier Familienmitglieder daher besonders angestrengt.

Für die Kinder ging es nach ungefähr einem halben Jahr in die Schule, hier fanden sie Anschluss an Gleichaltrige und verbesserten ihre Sprachfähigkeiten. Wenn Narmin erzählt, spricht sie weitgehend akzentfreies Deutsch. Ihren Eltern fällt das schwerer: „Als Kind ist es leichter, eine Sprache zu lernen", sagt Samir Murshudov. Doch er und seine Frau haben das mit Engagement ausgeglichen.

Die Tochter spricht sieben Sprachen

Das Paar hat sowohl im Sprach-, als auch im Einbürgerungstest nahezu die volle Punktzahl erreicht – wenn sie die 300 Fragen für letzteren auch, wie sie einräumen, auswendig lernen mussten. Kultur, Politik, Geschichte, das sei sprachlich zu dem Zeitpunkt noch eine große Herausforderung gewesen. Ihr Dank gilt dabei auch den engagierten Lehrern.

Den Antrag für die Aufenthaltserlaubnis haben sie bereits selbstständig stellen können, während bei den ersten Briefen vom Amt noch das Handy als Übersetzungshilfe herhalten musste, wie sich die Familie erinnert. Die Mitarbeiter des Sozialamts hätten sie immer gut unterstützt. Bei diesem entscheidenden Antrag aber sei das gar nicht mehr nötig gewesen, so Thomas Lenniger.

Die Eltern haben einen Job gefunden

Inzwischen haben beide Eltern Arbeit gefunden. Samir Murshudov hat einen Job in einem Hotel, in dem er seine Sprachkenntnisse gut einbringen kann. Fatima Murshudov ist Verkäuferin. Tochter Narmin Murshudov hat das Lernen von Sprachen zu ihrer besonderen Leidenschaft entwickelt. Neben ihrer Muttersprache Türkisch hat sie in ihrer Heimat Russisch gelernt, weitere Sprachen kamen in der Schule dazu. In ihrer Freizeit lernt sie derzeit Italienisch – ihre siebte Sprache.

Als nächstes möchte die Familie in eine eigene Wohnung ziehen, denn noch leben sie in einer Unterkunft der Stadtverwaltung. Mit ihnen suchen noch rund 50 Menschen, die eine Aufenthaltserlaubnis erhalten haben, nach einer Wohnung, berichtet Thomas Lenniger. Wer Wohnraum anzubieten habe, könne sich gerne im Sozialamt melden.

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