Lemgo. Mit künstlicher Intelligenz (KI) erstellte Bilder gibt es schon länger. Aber eine Ausstellung mit KI-generierten Skulpturen? Das ist ungewöhnlich - und ab Sonntag, 14. September, drei Monate lang - bis zum 14. Dezember - zu sehen im Weserrenaissance-Museum in Schloss Brake. „Zusammen mit der TH OWL und Fraunhofer IOSB-INA wagen wir den Sprung von der Zwei- in die Dreidimensionalität und zeigen Deutschlands erste Museumsausstellung mit KI-Skulpturen, die aus historischen Exponaten entwickelt wurden“, freut sich Museumsleiterin Silvia Herrmann. Dass das schillernde Zeitalter zwischen 1400 und 1600 viel zu tun hat mit KI, mag man zuerst nicht glauben. Wie viel, das macht die Sonderausstellung „A KInd of Art. Künstliche Intelligenz trifft (Weser-)Renaissance“ auf faszinierende Art deutlich. Die KI-Skulpturen wurden entwickelt von Studentinnen und Studenten in einem Masterkurs-Projekt des Fachbereichs Medienproduktion unter Leitung von Prof. Anke Stache. Masterstudenten füttern KI Während der Vorbesichtigung der Ausstellung stellte Prof. Stache die Entstehung der Kunstwerke dar: Die eigens entwickelte KI sei mit Ausgangsbildern und Texten der Weserrenaissance trainiert, das Ergebnis letztlich von den Studenten gesteuert worden. Ein bewusster Prozess, den die KI nicht beherrscht: „Kunst ist Wissen, Können, Emotion und Intuition“, meint Stache. Zu bestaunen sind auch zahlreiche Originale wie „Minerva und die Musen auf dem Helikon“ von Hans Rottenhammer oder „Die Tempelreinigung“ von Hans und Paul Vredeman de Vries. Auch hier gibt es Verbindungen zur KI. Mitmachen erwünscht Die Ausstellung, darauf legen Herrmann und die Kuratorin Dr. Susanne Hilker Wert, ist ausdrücklich auch für das jüngere Publikum geeignet. So gibt es zahlreiche Mitmachstationen: Besucher können ihr Porträt mithilfe der KI in ein historisches Original - etwa den „Schrei“ von Edvard Munch - montieren und mittels QR-Code direkt abrufen oder das eigene Foto mit Bildern von Promis wie Angela Merkel oder Heidi Klum „vermischen“, eine interaktive Klanginstallation erleben und an einem Ergometer die Energie erstrampeln, die die KI für ihre Prozesse benötigt. Im Vorraum sind zudem die 20 besten KI-generierten Bilder ausgestellt, die im Rahmen eines Wettbewerbs des Lemgoer Centrum Industrial IT (CIIT) entstanden sind. Nachdenken und diskutieren „Wir möchten nicht nur zeigen, wie innovativ, interessant und relevant Museen sein können, sondern in puncto KI auch zum Nachdenken und zur Diskussion anregen“, verdeutlicht Silvia Herrmann. Zahlreiche Partner haben zum Gelingen beigetragen, unter anderem auch die Kl Akademie OWL, das inIT TH OWL, das KreativInstitut.OWL, Trinnovation OWL, die Hochschule für Musik Detmold, der Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der Hochschule Bielefeld HSBI und das Ziegelei-Museum in Lage. Der Eintritt in die neue Sonderausstellung im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake beträgt 7 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Die Ausstellung kann zwischen dem 16. September und 14. Dezember dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Viele Veranstaltungen Passend zur neuen Sonderausstellung bietet das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake kurzweilige Mitmachprogramme für Kindergärten und Schulen an. Zudem stehen zahlreiche Veranstaltungen mit Bezug zum Thema KI auf dem Programm. Alle Infos unter www.museum-schloss-brake.de