Lemgo. Die Kosten sind hoch, zu hoch offensichtlich für viele Bauwillige. Die Stadt hat 14 Grundstücke im Neubaugebiet am Pöstenweg auf den Markt gebracht. Doch die Nachfrage hält sich in Grenzen. Die erste Bewerbungsphase endete im Oktober. Derzeit läuft die Vergabe. Und noch sind fünf Grundstücke zu haben. Nach Aussagen der Stadt haben sich zwölf Personen auf die 14 Bauplätze beworben. Neun Personen erhielten eine Zusage. Drei Personen gingen leer aus, weil sich mehrere Bewerber für dasselbe Grundstück beworben hatten. Die Auswahl erfolgte gemäß der sozialen Vergaberichtlinie, die die Stadt erstellt hatte. Den nicht zum Zuge gekommenen Bewerbern wurden im Anschluss die noch übrigen Grundstücke vorgeschlagen. Noch frei waren demnach ein Grundstück im günstigsten Segment (259 Quadratmeter für 88.600 Euro), drei Grundstücke in der Kategorie 2 (259 Quadratmeter für 97.384 Euro) und eines in der teuersten dritten Kategorie, hier sind 823 Quadratmeter für 328.775 Euro zu haben. Bewerbungen sind noch möglich Laut Vergaberichtlinie der Stadt gilt für die Kategorie 1 eine Einkommensgrenze, hinzu kommen soziale Pluspunkte zum Beispiel für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige. Die Grundstücke werden zum reduzierten Preis angeboten. In der Kategorie 2 entfällt die Einkommensgrenze, dafür greifen auch hier weitere soziale Kriterien bei der Vergabe, die vor allem Familien begünstigen sollen. In Kategorie 3 letztlich sind alle Bewerber zugelassen. Ob alle Lemgoer, die den Zuschlag erhalten haben, ihr Grundstück aber auch kaufen werden, ist derzeit noch offen. Ist der Kaufvertrag erst einmal abgeschlossen, muss das Bauvorhaben innerhalb von 24 Monaten abgeschlossen werden. Bewerbungen für die Grundstücke am Pöstenweg sind noch möglich, weitere Informationen gibt es auf www.lemgo.de/grundstuecke. Hoffnung auf den Oberen Pahnsiek Günstiger könnte es für Bauwillige im Baugebiet am Lehnsland/Oberer Pahnsiek werden. Im größten städtischen Baugebiet sind auf über drei Hektar Fläche rund 200 Wohneinheiten geplant. Immer wieder hat sich das Projekt in den vergangenen Jahren verzögert. So gab es unter anderem Probleme mit dem Grundstücksankauf oder auch mit der Entwässerung. Jetzt aber geht es voran. Die Stadt geht derzeit davon aus, im Februar den Startschuss für die Vermarktung der Baugrundstücke geben zu können, wenn denn Ende Januar die politischen Beschlüsse vorliegen. In einem ersten Aufschlag würden dann 25 Bauplätze vergeben. Auf fünf dieser Bauplätze seien Einzelhäuser vorgesehen, bei den anderen Bauplätzen sowohl Einzel- als auch Doppelhäuser möglich. Die Vermarktung der Bauplätze des zweiten Bauabschnitts erfolge dann zu einem späteren Zeitpunkt. Der Bodenrichtwert im Umfeld liegt laut Info-Plattform Boris-NRW bei 230 Euro. An diesem Preis will sich nach Aussagen von Bürgermeister Markus Baier auch die Stadt orientieren und damit deutlich günstigere Grundstücke anbieten, als es im Neubaugebiet am Pöstenweg aktuell der Fall ist. Dort liegt der Preis je nach Grundstück zwischen 340 und 399 Euro pro Quadratmeter und damit über den 270 Euro, die Boris-NRW für das Areal angibt.