Freiwillige Feuerwehr Leopoldshöhe zeigt beim Familienfest, was sie kann

Karin Prignitz

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Zwei Feuerwehrleute haben mit Hilfe zweier Kameraden die roten, schweren Chemikalienschutzanzüge übergezogen. Hier zeigen beide, dass es nach einem Einsatz notwendig ist, in einer Spezialdusche die giftigen Stoffe abzuwaschen. - © Karin Prignitz
Zwei Feuerwehrleute haben mit Hilfe zweier Kameraden die roten, schweren Chemikalienschutzanzüge übergezogen. Hier zeigen beide, dass es nach einem Einsatz notwendig ist, in einer Spezialdusche die giftigen Stoffe abzuwaschen. (© Karin Prignitz)

Leopoldshöhe. Jedes Kind lernt das ABC. Für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr haben die drei Buchstaben eine ganz andere Bedeutung, denn sie stehen für Atomar, Biologisch, Chemisch. Kommt es zu einem Unfall, bei dem diese Stoffe austreten, dann ist äußerste Vorsicht geboten. Einsatzkräfte des ABC-Zuges der Freiwilligen Feuerwehren aus Leopoldshöhe und Oerlinghausen haben vor unzähligen Zuschauern auf dem Gelände der Feuerwache am Schuckenteichweg am Tag der offenen Tür deutlich gemacht, welche Schutzmaßnahmen nötig sind.

Dass der rote Chemikalienschutzanzug nicht ohne Hilfe angezogen werden kann, das wird bei einer Vorführung schnell deutlich. Zwei Kameraden, die beide auf den Namen Fabian hören, brauchen einige Minuten, um vollständig geschützt zu sein. Zwei Feuerwehrleute helfen ihnen in den steifen Anzug. Nach der Schau demonstrieren beide, dass sie im Ernstfall in eine ebenfalls auf dem Platz aufgebaute Duschkabine gehen müssen, um giftige Substanzen abzuwaschen. Beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Leopoldshöhe haben die Besucher, unter ihnen zahlreiche Familien, noch viel mehr Spannendes, Inspirierendes und Informatives erleben können.

Fotostrecke: Tag der offenen Tür, Freiwillige Feuerwehr Leopoldshöhe

Kinder lösen Aufgaben bei der Olympiade

Auf dem Gelände gibt es eine Fahrzeugschau. Die Kinder können sich auch das Innere eines der Fahrzeuge anschauen. Vor allem aber machen sich viele von ihnen auf den Weg, um die fünf Aufgaben der „Feuerwehr-Olympiade“ zu lösen. Die Jugendfeuerwehr hat die Olympiade organisiert, und der Feuerwehrnachwuchs steht auch an den einzelnen Stationen bereit, um Tipps zu geben. Mit dem Schlauch müssen kleine Häuserattrappen so gezielt getroffen werden, dass sie umkippen, aus zwei Sandeimern sollen Glitzersteine herausgesiebt werden. Die Jungen und Mädchen versuchen sich außerdem an einem kniffligen Memory mit Feuerwehr-Motiven, erfühlen Gegenstände und lösen dann die fünfte und schwerste Aufgabe.

Sofia (7) schraubt gewissenhaft Teile an ein Strahlrohr. Ihr Vater Michael Bröker hilft mit. Die beiden Jugendfeuerwehrleute Fabian Güse (11) und Josephine Schurig (13) betreuen die fünfte Stadtion der Olympiade. - © Karin Prignitz
Sofia (7) schraubt gewissenhaft Teile an ein Strahlrohr. Ihr Vater Michael Bröker hilft mit. Die beiden Jugendfeuerwehrleute Fabian Güse (11) und Josephine Schurig (13) betreuen die fünfte Stadtion der Olympiade. (© Karin Prignitz)

An ein Stahlrohr müssen bei dieser Aufgabe diverse weitere Teile geschraubt werden. Josephine Schurig (13) und Fabian Güse (11) stehen den Teilnehmern fachkundig zur Seite. Für all die gemeisterten Aufgaben gibt es je einen Stempel und am Ende eine Belohnung für die Kinder. Einige von ihnen haben sofort die beiden Motorräder der Johanniter entdeckt, darunter ist eine F 750 GS P, „eine ehemalige Polizeimaschine“, wie Andreas Beckmann und Dominik Welle vom Regionalverband Lippe-Höxter erläutern. Sie berichten auch von ihrer jahrelangen guten Verbindung zur Leopoldshöher Feuerwehr.

Auch Brandschutzerziehung ist Thema am Himmelfahrtstag. Ein Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) steht nur einige Meter entfernt. An einem der Feuerwehrfahrzeuge ist die Drehleiter ausgefahren. Viele Kinder vergnügen sich auf der Hüpfburg, spielen im Sand und schauen sich die Stücke der Puppenbühne der Jugendfeuerwehr Extertal an. „In den vergangenen beiden musste der Tag der offenen Tür coronabedingt ausfallen“, lenkt Pressesprecher Christoph Keßler den Blick zurück. „Jetzt sind alle froh, dass wieder etwas Normalität zurückkehrt.“ Die Resonanz zeigt, dass die Besucher das ebenso sehen.

Über den Platz auf dem Feuerwehrgelände weht der Duft von Bratwurst und Pommes und der von deftiger Erbsensuppe. „Am Abend vorher ist das Gemüse geschnippelt worden“, berichtet Christoph Keßler von den Vorarbeiten. 600 Liter der selbst gemachten Erbsensuppe stehen schließlich in der Gulaschkanone bereit. In der Cafeteria am Nachmittag gibt es Kuchen. Auch er stammt aus der Eigenproduktion von Feuerwehrfrauen und -männern. Das beim Tag der offenen Tür eingenommene Geld soll voraussichtlich für ein Sommerfest und einen Herbstausflug verwendet werden. „Etwas für die Seele“, sagt Keßler.

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