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Unterkunft

Gemeinde Leopoldshöhe sucht Wohnraum für Geflüchtete

Leopoldshöhe. Dem aktuellen Global Trends Report zufolge waren bis Ende vergangenen Jahres weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht. Ein kleiner Teil davon sucht Zuflucht in Deutschland – auch in Leopoldshöhe. Denn aufgrund des bundesweiten Verteilungsschlüssels stehen wöchentlich weitere Personen zur Unterbringung an. Das stellt die Mitarbeiter der Gemeinde vor Herausforderungen, wie die Ehrenamtlichen vom „Runden Tisch Asyl“ mitteilen. Die kommunalen Übergangswohnheime seien derzeit voll belegt: In den zurückliegenden Monaten sei es der Gemeinde aber gelungen, eine weitere geeignete Immobilie zu erwerben. Doch bei Renovierung und Umbau ist Geduld gefragt.

„Hatten Ukrainer nach ihrer Ankunft in Deutschland seit dem Frühjahr 2022 zunächst meist unproblematisch private Unterkünfte gefunden, kommen deren Landsleute, die jetzt nach Deutschland flüchten, über Zuweisungen nach Leopoldshöhe – und damit besteht für uns eine Unterbringungspflicht“, führt Bettina Rott aus. Die Teamleiterin Soziales und Asyl Leopoldshöhe weist darauf hin, dass diese Verpflichtung für alle Migranten gilt.

Vorübergehende Entlastung

„Die erneute Nutzung des Kulturtreffs am Heimathof für die Unterbringung von Geflüchteten bedeutet lediglich vorübergehende Entlastung“, sagt Rott und gibt zu bedenken: „Die dort untergebrachten Menschen müssen viele Abstriche bei ihrer Privatsphäre hinnehmen, denn es gibt keine festen Wände, nur behelfsmäßige Abtrennungen.“

Daneben hat die Gemeinde zusätzlich Wohnungen in fast allen Ortsteilen angemietet, zurzeit sind es 74. Bettina Rott schildert die prekäre Situation: „Seit jeher war es das Bestreben der Gemeinde, die Geflüchteten nach der Eingewöhnungsphase in Wohnungen im privaten Umfeld unterzubringen, weil dadurch die Integration besser gelingt. Unser Problem: Wir können als Gemeinde nicht unbegrenzt immer neue Wohnungen anmieten“. „Bei den Mieten bewegen wir uns im vorgegebenen Rahmen des Jobcenters und machen damit das allgemeine Mietniveau nicht kaputt“, ergänzt Jenny Czychun, Sozialberaterin für Asyl und Migration.

Chance auf Wohnraum

„Es wäre für uns sehr hilfreich, wenn diejenigen Flüchtlinge, die bereits länger hier bei uns leben und die nicht mehr in unseren gemeindlichen Unterkünften leben müssten, eigene Wohnungen finden könnten“, führt sie weiter aus. Denn die meisten dieser Migranten sind längst als Asylberechtigte anerkannt oder besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. Sie haben keine Wohnsitzauflage mehr und würden gern selbst eine Wohnung anmieten. Nur: Wer gibt ihnen die Chance?

Um die für alle belastende Situation zu entspannen, wenden sich die Mitarbeiterinnen des Teams von Bettina Rott daher an die Öffentlichkeit, bei der Wohnraumsuche zu helfen. „Wir suchen Wohnungen und Menschen, die an Migranten Wohnungen vermieten“, bringt Jenny Czychun die Bemühungen ihrer Kollegen auf den Punkt. Auch die Mitglieder des „Runden Tischs Asyl“ Leopoldshöhe sind an der intensiven Suche für gut integrierte Neubürger beteiligt. Um Regelungen rund ums Mieten bereits im Anfangsstadium zu (er)klären und Unstimmigkeiten vorzubeugen, bieten die Ehrenamtlichen als Lotsinnen den Wohnungssuchenden und ihren Vermietern ihre tatkräftige Unterstützung an. Damit der nachhaltige Erfolg eines Mietverhältnisses auch gewährleistet ist.

Sommerfest

Eine gute Chance für Vermieter, darüber ins Gespräch zu kommen, bietet das Sommerfest vom „Runden Tisch Asyl“ Leopoldshöhe am Sonntag, 18. August, von 14 bis 17 Uhr auf dem Heimathof in Krentrup. Es gibt Essen, Spiele sowie Kontakte.

Ansprechpartnerin im Sozialamt für interessierte Vermieter ist Anke Eickerling, Fachbereich Bildung und Soziales, E-Mail: a.eickerling@leopoldshoehe.de, Tel.: (05208) 991309.

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