Missbrauchsfall Lügde: Demo in Detmold zum nächsten Prozesstag geplant

Janet König

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Gedenken reicht nicht: Experten fordern die intensive Aufarbeitung der Missbrauchfälle von Lügde in Behörden und Ämtern. - © Christopher Gateau/dpa
Gedenken reicht nicht: Experten fordern die intensive Aufarbeitung der Missbrauchfälle von Lügde in Behörden und Ämtern. (© Christopher Gateau/dpa)

Detmold/Lügde. Als Reaktion auf das umstrittene Urteil gegen Heiko V. soll es kommenden Donnerstag pünktlich zum nächsten Verhandlungstag im Fall Lügde eine Mahnwache auf dem Detmolder Bruchberg mit Demonstration zum Landgericht geben. Initiator ist die Aktionsgruppe für die „Kinder von Lügde", die sich seit März regelmäßig in Hameln solidarisch mit den Opfern des hundertfachen Kindesmissbrauchs zeigt.

„Wir sind geschockt vom ersten Urteil, das ist wie ein Freifahrtschein für Täter", sagt Organisatorin Ina Tolksdorf: „Deshalb wollen wir jetzt unbedingt nach Detmold kommen und ein Zeichen setzen." Die Strafen für Kindesmissbrauch und den Besitz von Kinderpornografie müssten deutlich höher ausfallen, darauf wolle die Mahnwache aufmerksam machen. Außerdem sollen Unterschriften gegen die Verjährungsfrist von Kindesmissbrauch gesammelt werden. Der nächste Prozesstag im Fall Lügde, an dem sich Andreas V. und Mario S. wieder auf der Anklagebank verantworten müssen, sei für die Aktion genau der richtige Zeitpunkt. Wichtig sei den Veranstaltern, eine friedliche Demo umzusetzen und miteinander ins Gespräch zu kommen. „Wir wollen keine Chaoten, die die Todesstrafe fordern", sagt Tolksdorf.

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Laut Polizeisprecher Lars Ridderbusch sind bisher 50 Personen für die Demo angemeldet: „Das können natürlich noch mehr werden, wir sind vorbereitet."

Die Mahnwache findet am Donnerstag, 1. August, von 10 bis 18 Uhr auf dem Bruchberg statt. Um 12 Uhr soll es einen Demonstrationszug zum Landgericht geben.

Die Doku zum Fall Lügde

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