Burn-out: Hamelns Landrat nach Lügde-Fall in Ruhestand versetzt

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Am 5. Februar stellt sich Hamelns Landrat Tjark Bartels auf einer Pressekonferenz hinter die Mitarbeiter seines Jugendamts. Diese waren für die Unterbringung des Pflegekindes verantwortlich. - © Archivfot: Jannik Stodiek
Am 5. Februar stellt sich Hamelns Landrat Tjark Bartels auf einer Pressekonferenz hinter die Mitarbeiter seines Jugendamts. Diese waren für die Unterbringung des Pflegekindes verantwortlich. (© Archivfot: Jannik Stodiek)

Hannover (dpa/lni). Niedersachsens Innenministerium hat den wegen des Missbrauchsfalls von Lügde unter Druck geratenen Hamelner Landrat Tjark Bartels (SPD) in den Ruhestand versetzt. Bartels hatte seinen Rücktritt angekündigt und zur Begründung erklärt, er habe einen schweren Burn-out erlitten und sich nach dreimonatiger Krankheit entschieden, nicht in seinen Beruf zurückzukehren. Der 50-jährige Kommunalpolitiker hatte als einen Grund für seinen Rückzug Anfeindungen in den sozialen Netzwerken genannt. «Auch ich habe das jahrelang ausgehalten. Im Fall Lügde war meine Grenze deutlich überschritten», sagte Bartels.

Die Entscheidung sei Bartels am Montag ausgehändigt worden, teilte das Innenministerium in Hannover am Mittwoch auf Anfrage mit. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Im Zuge der Ermittlungen zu hundertfachem Missbrauch auf einem Campingplatz in Lügde waren massive Behördenfehler ans Licht gekommen. So hatte das Jugendamt im benachbarten Hameln einem der Haupttäter trotz mehrerer Hinweise auf sexuell übergriffiges Verhalten die Pflegschaft für ein Mädchen übertragen. Bartels hatte das Landratsamt im Oktober 2013 angetreten.

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