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Förderung

Kreis und Stadt Lügde wollen mehr Chancengleichheit für benachteiligte Familien

Lügde. Nicht jede Familie, jedes Kind oder jeder Jugendliche hat die gleichen Voraussetzungen, wenn es um Bildung, Teilhabe oder Arbeit geht. Damit sichtbar wird, wenn Familien in schwierigen Situationen sind, hat der Kreis Lippe im Jahr 2023 ein „Sozialräumliches Präventionsmonitoring“ für Lügde vorgenommen. Die Ergebnisse liegen als Sozialbericht vor, wie der Kreis mitteilt. Stadt und Kreis haben auf dieser Grundlage bei einem kommunalen Forum „Familie und Bildung“ in der Osterräderstadt mögliche Schwachstellen, aber auch Perspektiven aufgezeigt. Fachleute wünschen sich nun eine Anlaufstelle, in der Familien sich informieren können.

In Zusammenarbeit von Stadt und einem Planungsteam des Kreises aus Vertretern des Jugendamtes, des Gesundheitsamtes, der Statistikstelle, des Bildungsbereichs und des Jobcenters wurden Daten zur Bevölkerungsstruktur, zur wirtschaftlichen Lage der Familien und zum Gesundheits- und Entwicklungsstand der Kinder vor Schuleintritt zusammengetragen und ausgewertet.

Wunsch nach Anlaufstellen für Familien

„Gerade in diesen Zeiten mit angespannten öffentlichen Finanzbedingungen kommt es noch stärker darauf an, dass wir ziel- und wirkungsorientiert auf die konkreten Belange und Notwendigkeiten vor Ort eingehen. Die Daten der Sozialraumanalyse liefern dabei auch den Beleg, dass in Lügde insgesamt die Situation für Familien und Kinder sehr positiv ist. Es wurden aber auch Handlungsbedarfe für zukünftige Schwerpunkte herausgearbeitet“, wird Lügdes Bürgermeister Torben Blome in der Pressemitteilung zitiert.

In mehreren Workshops konnten die Teilnehmer aus Politik, Schule, Kita und Trägern der freien Jugendhilfe ihre Ideen und Vorschläge für bessere Lebensbedingungen von Kindern und deren Familien einbringen. So gebe es den Wunsch, eine Anlaufstelle einzurichten, in der sich Familien informieren können, heißt es. Bei der Förderung von Kindern und Jugendlichen solle der Fokus stärker auf die grundlegenden Kompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen gelegt werden, waren sich die Workshop-Teilnehmer einig. Auch die Sprachförderung müsse ausgebaut, die Elternarbeit verstärkt werden.

Zweite Arbeitsgruppe trifft sich im Herbst

In Lügde gebe es schon eine Reihe von Unterstützungsangeboten durch die Schulsozialarbeit in enger Verzahnung mit der Arbeit des Quartiersprojekts IQ, Angebote des Stadtsportverbandes oder das Lernpatenprojekt der Schwering-Hasse-Stiftung. Die Anwesenden wünschten sich eine Übersicht der bestehenden Angebote und eine stärkere Kooperation der lokalen Akteure, heißt es weiter.

Im Herbst 2024 treffe sich eine neue Arbeitsgruppe, um die Ergebnisse des Forums zu diskutieren und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Die AG ist für alle Lügder geöffnet. Für Interessierte ist Margit Monika Hahn von der Koordinierungsstelle Kommunale Präventionsketten beim Kreis Lippe unter Tel. (05231) 62-4280 oder per E-Mail an m.hahn@kreis-lippe.de zu erreichen.

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