Evangelische Freikirche möchte Teil des Helpuper Dorflebens sein

Knut Dinter

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Herzlich willkommen: Gemeindeleiter Eugen Enns hofft, dass viele Gäste die Angebote am Wochenende nutzen. - © Knut Dinter
Herzlich willkommen: Gemeindeleiter Eugen Enns hofft, dass viele Gäste die Angebote am Wochenende nutzen. (© Knut Dinter)

Oerlinghausen-Helpup. „Jetzt sind wir im Ort angekommen – so fühlen wir uns jedenfalls", sagt Eugen Enns (38), Gemeindeleiter der Kirche am Bahnhof (KAB). Nicht zuletzt dieser Name soll die lokale Verbundenheit hervorheben. Vor 20 Jahren hat sich die evangelische Freikirche gegründet, damals noch mit der Bezeichnung Mennoniten-Brüdergemeinde Helpup. Der runde Geburtstag wird am kommenden Wochenende, 13. bis 15. September, mit mehreren öffentlichen Veranstaltungen gefeiert.

Am 18. April 1999 fand der erste Gottesdienst statt – in den früheren Turnräumen über dem Hallenbad. Für die ersten 40 Gläubigen reichte der Platz. Sie stammten aus Helpup, Leopoldshöhe und Lage-Kachtenhausen und waren Teil der Mennoniten-Brüdergemeinde Oerlinghausen. „Wegen der räumlichen Nähe hatten wir die Absicht, eigenständig zu werden. Die theologische Basis ist gleich geblieben", sagt Enns, der die Ablösung seinerzeit miterlebt hat. 2010 kaufte die Gemeinde dann ein ehemaliges Autohaus, das sich bereits auf Leopoldshöher Gebiet befindet. „Zwei Seiten unseres Grundstücks grenzen direkt an Helpup", betont Enns, um den örtlichen Bezug deutlich zu machen.

Nachwuchs ist wichtig

Neue Funktion: Das ehemalige Autohaus dient der Kirche am Bahnhof als Ort für Gottesdienste, Besprechungen und Begegnungen. - © Knut Dinter
Neue Funktion: Das ehemalige Autohaus dient der Kirche am Bahnhof als Ort für Gottesdienste, Besprechungen und Begegnungen. (© Knut Dinter)

Zwischen 2014 und 2017 bauten dann 40 Gemeindemitglieder das Gebäude in Eigeninitiative um. Sie investierten 10.000 Arbeitsstunden, um die Räume mit rund 1.000 Quadratmetern Nutzfläche ansprechend für Gottesdienst, Besprechungen und Begegnungen herzurichten. „Das Gebäude hat eine gute, zentrale Lage", sagt Enns. „Wir wollen uns schließlich nicht verstecken, sondern am Dorfleben teilnehmen. Wir identifizieren uns mit Helpup und hoffen, dass wir eine Bereicherung sind." So beteiligt sich die KAB regelmäßig am Dorffest und am Nikolausmarkt. Beim jüngsten Völkerballturnier starteten sogar zwei Teams.

Inzwischen ist die Gemeinde auf 130 Mitglieder angewachsen. Ein Drittel von ihnen wohnt in Helpup, annähernd ein weiteres Drittel in Leopoldshöhe. Das Durchschnittsalter liegt bei 39 Jahren. Neben dem sonntäglichen Gottesdienst gibt es während der Woche eine Reihe von Gesprächskreisen in dem Domizil. Ferner werden in etlichen Gruppen 115 Kinder und Jugendliche betreut. „Gerade der Nachwuchs ist uns wichtig", erklärt Enns. „Deshalb legen wir sehr großen Wert auf eine familiäre und freundliche Umgebung und Atmosphäre." Die Gemeinde versteht sich als Teil der weltweiten Kirche Jesu Christi, unabhängig von Nationalität, Hintergrund oder auch Geschlecht, Hautfarbe und Alter. „So bestehen gute Beziehungen zur evangelisch-reformierten Gemeinde", sagt Enns.

Öffentlichkeit ist eingeladen

„Wir fühlen uns verbunden, weil wir an den denselben Gott glauben und identische Überzeugungen vertreten." Die KAB setze sich dafür ein, „dass Gott in dieser Welt sichtbar ist. Denn die Liebe Gottes ist für alle da".

Zum Jubiläum ist die Öffentlichkeit eingeladen, es soll mit möglichst vielen Gästen gefeiert werden. Das Programm am Freitag, 13. September, richtet sich vor allem an Jugendliche. Am Abend wird „Wunder", ein Film „mit Tiefgang und Aussage", gezeigt. Am Samstagnachmittag gibt es ein Programm für Kinder, ab 17 Uhr stellt sich die KAB während einer Führung durch das Gebäude vor. Anschließend gibt es Schaschlik, Stockbrot und viel Spaß am Lagerfeuer.

Am Sonntag, 15. September, öffnet das KAB-Café um 10.30 Uhr, um 11 Uhr beginnt ein Festgottesdienst. Die Predigt hält Eldon August, der als Missionar in Paraguay tätig ist. Mit einem kostenlosen Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen klingt der Tag aus.

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