Schlangen. „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ - ein altes Sprichwort, das in seiner Bedeutung nichts an seiner Aktualität und Richtigkeit verloren hat. Die aktuellen PISA-Ergebnisse für den Bereich Lesen und Rechtschreiben schrecken auf. Hier setzt laut Pressemitteilung des Kreises Lippe das Pilotprojekt „(Schrift-) Spracherwerb & LRS - ein Projekt zur Stärkung des Lesens und Rechtschreibens durch Förderung in Kita und Schule“ an. Frühzeitig reagieren und fördern, das sei ein Anspruch dieses Projekts, das in der Gemeinde Schlangen angesiedelt ist - sowohl im Elementar- als auch im Primarbereich.
„Je früher wir ansetzen, umso erfolgversprechender ist die Förderung“, ist sich Dirk Menzel, Leiter des Fachdienstes Bildung des Kreises Lippe, sicher. Denn Forschungen belegen, dass sich bereits im Elementarbereich Risikofaktoren für eine spätere Lese- und Rechtschreibschwierigkeit herausbilden. „Bedeutsam ist das Bewusstsein für die Stärkung der Basiskompetenzen von Kindern“, betont Dr. Elisabeth Pries-Kümmel, Koordinatorin des Projekts im Bildungsbüro.
Umgang mit Auffälligkeiten
Bei der Auftaktveranstaltung, bei der alle teilnehmenden Einrichtungen wie die Grundschule Schlangen sowie die evangelische Kita Gartenstraße, die Kita Alte Rothe, die Kita Regenbogen und die Kita Arche Noah vertreten waren, sind nach Angaben des Kreises Lippe die Fortbildungsmodule und Referentinnen vorgestellt worden: „Die Kindergärten starten mit einer Fortbildungsreihe zum Thema ,Umgang mit Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung von Kita-Kindern und Unterstützung von Basiskompetenzen’. Diese von Lehrlogopädin und Kindheitspädagogin Beatrice Gievers (Borgentreich) geleitete Fortbildung erstreckt sich über circa ein Jahr.“
Parallel dazu werde das gesamte Kollegium der Grundschule Schlangen von Referentinnen des Kompetenzteams des Schulamts um Co-Leiterin Kordula Potthast zum systematischen Rechtschreibunterricht sowie zum Umgang mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten qualifiziert.
Die Fachkräfte aus den Kitas und der Grundschule würden darüber hinaus regelmäßig beraten bei Fragen rund um pädagogisch und didaktisch sinnvolles Handeln im Umgang mit sprachlichen Problemen (Kita) oder bei Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben (Grundschule).