Wegen Hitze: Kernkraftwerk Grohnde soll vorübergehend vom Netz

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Die Sonne scheint über den Kühltürmen des Kernkraftwerks Grohnde. - © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Die Sonne scheint über den Kühltürmen des Kernkraftwerks Grohnde. (© Hauke-Christian Dittrich/dpa)

Grohnde. Das Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen soll wegen der steigenden Wesertemperatur voraussichtlich am Freitag gegen Mittag abgeschaltet werden. Dann werde für das Flusswasser die kritische Temperaturgrenze von 26 Grad erwartet, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums am Donnerstag. Zum Schutz des Ökosystems der Weser dürfe dann kein wärmeres Wasser mehr in den Fluss geleitet werden.

Sobald sich die Weser nachhaltig abkühle, werde der Betrieb wieder aufgenommen, teilte die Betreibergesellschaft Preussen Elektra mit. Dies werde voraussichtlich am Sonntag der Fall sein.

Das Wasser der Weser wird in Grohnde zur Kühlung des Atommeilers genutzt und anschließend wieder in den Fluss geleitet. Weil die Weser derzeit vergleichsweise wenig Wasser führe, erhitze sie sich deutlich schneller als in Zeiten höherer Pegel, sagte die Ministeriumssprecherin.

Beim zweiten niedersächsischen Atomkraftwerk im emsländischen Lingen sei die Lage anders, sagte die Sprecherin. Zum einen werde das Kühlwasser dort anlagenbedingt weniger stark erhitzt als in Grohnde. Zum anderen werde es zum Abkühlen zunächst in ein spezielles Becken geleitet, bevor es schließlich wieder in die Ems gelange. Trotz der gegenwärtigen Hitze sei deshalb in Lingen nicht mit einem Abschalten des Atomkraftwerks zu rechnen.

Ende 2021 ganz vom Netz

Das Kernkraftwerk Grohnde hat eine elektrische Leistung von 1.430 MW brutto und beschäftigt rund 500 Personen. Das Kraftwerk hat im Februar 2016 als weltweit erstes Kernkraftwerk 350 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und war seit seiner Inbetriebnahme im September 1984 acht Mal Produktionsweltmeister. Entsprechend der 13. Novelle des Atomgesetzes geht das Kernkraftwerk Grohnde spätestens zum 31. Dezember 2021 vom Netz.

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