Rehakliniken in OWL unterziehen sich dem "Corona-Check"

Lorraine Brinkmann

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Um ihren Patienten eine größtmögliche Sicherheit zu garantieren, können sich Rehakliniken dem „Corona-Check" unterziehen, einem Gütesiegel, das das Internetportal Qualitätskliniken.de gemeinsam mit einer Expertengruppe vergibt.  - © Symbolbild: Pixabay
Um ihren Patienten eine größtmögliche Sicherheit zu garantieren, können sich Rehakliniken dem „Corona-Check" unterziehen, einem Gütesiegel, das das Internetportal Qualitätskliniken.de gemeinsam mit einer Expertengruppe vergibt.  (© Symbolbild: Pixabay)

Bielefeld/Berlin. Lockerungen der Corona-Beschränkungen führen auch dazu, dass Rehakliniken Schritt für Schritt in eine neue Normalität zurückkehren. Noch immer aber haben viele Patienten – und auch Mitarbeiter – Angst, sich mit dem Virus anzustecken. Mit entsprechenden Hygienekonzepten und Abstandsregeln soll diese Gefahr gebannt werden. Um ihren Patienten eine größtmögliche Sicherheit zu garantieren, können sich Rehakliniken dem „Corona-Check" unterziehen, einem Gütesiegel, das das Internetportal Qualitätskliniken.de gemeinsam mit einer Expertengruppe vergibt. Auch zwei Kliniken in OWL haben ihren Platz in der Liste gefunden.

Alle Kliniken, die ihre Maßnahmen überprüfen lassen wollen, werden anhand von 28 Kriterien in sechs Themenfeldern befragt. Diese umfassen unter anderem Hygieneschulungen, Besuchsregelungen, Mitarbeiterschutz, Patienteninformation und den sicheren Umgang mit Verdachtsfällen. Die Checkliste beruht auf Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Wie erhält man das Siegel?

Um das Siegel zu erhalten, müssen die Häuser externe Begehungen zulassen. „Oft werden die von Vertretern anderer Kliniken durchgeführt", erklärt Alexander Mühlhause, Leiter Projektmanagement Rehaportal und Finanzen bei Qualitätskliniken.de.

Welche Kliniken die Hygiene- und Sicherheitskonzepte entsprechend umsetzen, erfahren Patienten auf der Homepage. Mit dabei sind auch die Asklepios Weserbergland-Klinik in Höxter und die MediClin Rose Klinik in Horn-Bad Meinberg.

„Um die größtmögliche Sicherheit für die Patienten und Mitarbeiter zu garantieren, ist ein hoher organisatorischer Aufwand betrieben worden", heißt es aus der Höxteraner Klinik auf Anfrage. Nahezu überall musten Dinge geändert werden: Bei der Planung der Therapien, bei der Therapie selbst, bei Pflege, An- und Abreise der Patienten, bei Besuchen von Angehörigen. Da die zum Teil schwerkranken Patienten einer wichtigen Rehabilitation bedürften und sich gut informiert und sicher fühlen möchten, seien alle Maßnahmen konsequent aber mit „Fingerspitzengefühl" eingeführt und umgesetzt worden.

Die Möglichkeit, das Siegel zu bekommen, besteht weiterhin

107 Kliniken haben sich dem Test bereits unterzogen. „Die Möglichkeit, das Siegel zu bekommen, besteht aber weiterhin", sagt Mühlhause. Bewertet Behandlungsqualität, Patientensicherheit, Patientenzufriedenheit und Organisationsqualität der einzelnen Kliniken. Auf 92 Prozent von möglichen 100 kommt dabei die Höxteraner Klinik, auf 67 Prozent die MediClin Rose Klinik. Spitzenreiter sind übrigens mit je 100 Prozent die Fachklinik Weserland in Bad Pyrmont, die Ostseeklinik Grömitz, die AOK-Nordseeklinik Nordland, die Ostseeklinik Prerow und die AOK-Klinik Rügen.

„Für Patienten ist die Reha ein wichtiger Teil in der Behandlung von Krankheiten und zur Genesung, daran hat auch das Corona-Virus nichts geändert. Rehakliniken müssen sich auf die erhöhten Anforderungen an Hygiene und Organisation einstellen, dazu soll unsere Checkliste beitragen", erklärt Annabelle Neudam, Geschäftsführerin von Qualitätskliniken.de.

Bewertungen, auch anderer Gäste, seien ohnehin ein wichtiges Kriterium, nach dem Patienten die passende Klinik für sich aussuchten, ergänzt Alexander Mühlhause. Der „Corona-Check" soll dazu beitragen, dass sich Patienten bewusst ihrer Genesung widmen können, ohne Angst vor einer möglichen Ansteckung.

Information

Evakuierung Anfang April

Erst seit wenigen Wochen herrscht in der MediClin Rose Klinik in Horn-Bad Meinberg wieder Betrieb. Erst Anfang April war das Haus wegen eines sprunghaften Anstiegs der Coronainfektionen evakuiert worden. Bei 87 der 170 Patienten sowie 27 der 150 Mitarbeiter war das Virus damals nachgewiesen worden. Bei der Evakuierung halfen mehr als 100 Rettungskräfte. Polizei, Feuerwehr, der Rettungsdienst, Ärzte des Klinikums, das Gesundheitsamt und der Bevölkerungsschutz rückten an.

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