LZ-Kabinengeflüster: Nein zu Platz-Statements

Dietmar Welle

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LZ-Sportredakteur Dietmar Welle hält nichts von Trikotbotschaften. - © Sebastian Lucas
LZ-Sportredakteur Dietmar Welle hält nichts von Trikotbotschaften. (© Sebastian Lucas)

Trikotbotschaften wie jetzt am Wochenende in der Fußball-Bundesliga von Dortmunds Sancho (oder wie auch immer er heißt, ich merke mir diese Namen schon länger nicht mehr) gezeigt, gehören einfach nicht auf den Fußballplatz. Obwohl wir ja eigentlich alle hinter dem Sancho-Pancho-Statement stehen, das besagt: Justice for George Floyd. Wir wissen alle, um was es geht.

Dortmund auf Detmold runtergebrochen

Ich finde, die Fußballer sollten Fußball spielen auf dem Platz und können außerhalb alles tun und lassen, was sie wollen unter dem Gesichtspunkt der Respektierung von Gesetzen und Regeln und Moral (war Sancho nicht der mit dem Protzvideo? Na, egal). Brechen wir Dortmund mal runter auf zum Beispiel Detmold im selbst-ernannten Fußball-Herzen des Lipperlandes. Dann kann in Zukunft – ließen wir Sanchos Aktion kommentarlos durchgehen – ein kleiner Steppke aus der C-Jugend des Post-TSV seinen Treffer mit einem Merkel-oder-Meuthen-oder-Maharishi-Konterfei auf dem Unterziehhemd feiern. Noch erlaubt oder schon auf dem Index? Gute Frage, nächste Frage.

Beten? Nicht mein Ding.

Beten auf dem Feld vor dem Anpfiff? Nicht mein Ding. Weder Christen mit ihren Bekreuzigungen, noch Muslime mit ihren offenen Händen gehören auf das Feld. Zudem: Ich wende mich schon ab, wenn irgendwelche Kicker den Sieg oder ein entscheidendes Tor ihrer verstorbenen Oma widmen. Für mich steht das in keinem Verhältnis zur Tragweite und Bedeutung des Verlustes eines unersetzbaren Menschen. Bullshit also. Zumindest in meinen Augen. Zurück zum Anfang dieses Kabinengeflüsters: Niemand muss seine politische oder religiöse Überzeugung mit dem Überstreifen des Trikots in den in der Regel versifften Lokus in der Kabine runterspülen.

Keine Hygienepolizei

Aber keine Hygienepolizei kann ständig und überall ihren Dienst schieben und niemand ist erleuchtet, alles und jeden richtig einordnen zu können. Daher: Nein zu allen Platz-Statements, mögen sie auch noch so sinnvoll und ehrenwert (Justice for George Floyd) sein.

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