Lemgo. Die Punkte waren gerade brüderlich mit 2:2 (2:2) geteilt. Schiedsrichterbeobachter Rüdiger Wendt, ein ehemaliger Westfalenliga-Unparteiischer, nickte anerkennend zum vorzüglichen Spielleiter Moritz Busch Tolkemitt herüber, während sich die beiden befreundeten Trainer per Corona-Faust voneinander verabschiedeten. Sekunden später war es urplötzlich vorbei mit der vermeintlichen Harmonie zwischen dem TBV Lemgo und TSV Oerlinghausen. Hektisches Getümmel Im hektischen Getümmel holte ein Wort das andere und der auch nach dem Abpfiff tiefenentspannt bleibende Busch Tolkemitt zückte noch zwei rote Karten: gegen Oerlinghausens Tobias Dingerdissen und den eingewechselten Lemgoer Serkan Erdem. TBV-Coach Matthias Wölk beschuldigte seinen Trainerkollegen der verbalen Brandstiftung. Tadic schien es unangenehm, dass seine Aussage so eine Dynamik entwickelte. „Ich habe gesagt, dass ich es nicht mag, wenn die Spieler so rumheulen. Dann sollen sie doch zum Minigolf gehen. Ob im folgenden verbalen Austausch Beleidigungen gefallen sind, kann ich nicht sagen“, fand der TSV-Trainer die beiden roten Karten jedoch für „überzogen“. Drei Tore in 14 Minuten So feurig, wie der erste Bezirksligaspieltag zu Ende ging, so vogelwild hatte das Duell der beiden hoch eingeschätzten Teams begonnen. Nach 14 Minuten waren bereits drei Tore gefallen. 120 Sekunden waren gespielt, als Manuel Süllwold ungestüm gegen Johannhörster ein. Den berechtigten Strafstoß versenke Barbaros Ulas zum 0:1. Nachdem TSV-Keeper Christopher Niehaus einen Lemgoer Freistoß stark geklärt hatte, köpfte Simon Schneidermann im Nachsetzen zum 1:1 ein (10.). Drei Minuten später wurde Arthur Esko im Strafraum von den Beinen geholt. Süllwold schnappte sich den Ball, legte ihn auf den Elfmeterpunkt und machte mit dem 2:1 seinen übermotivierten Einsatz vom Beginn wieder wett. TBV-Feuerwerk Der TBV zündete nun ein kleines Feuerwerk. Markus Esko und Andreas Klamm bildeten eine Zange. Doch hochkarätige Chancen von Eddy Müller (35.), Artur Esko (37.) und Philipp Born (39.) fanden nicht ins Ziel. „In dieser Phase haben wir alle Körner verschossen“, ärgerte sich TBV-Trainer Matthias Wölk, der zudem ansehen musste, wie nach einem individuellen Fehler der bärenstarke Daniel Nadig seine Klasse beim 2:2 ausspielte (41.). Der 21-Jährige, bis zur B-Jugend bei Arminia Bielefeld ausgebildet, war von seinem Trainer zum Kapitän bestimmt worden. Tadic: „Ich habe seine Führungsqualitäten schon lange gesehen. Läuferisch und technisch ist er super. Es gibt keinen im Team, der sagt: Nadig ist eine Bratwurst.“ Anstoßzeiten Der gleich zum Bezirksligastart nach hinten verschobene Anstoß auf 15.35 Uhr wird in Lemgo kein Einzelfall bleiben. Vereine, die mehrere Senioren- sowie überkreislich spielende Nachwuchsteams haben, sind vornehmlich an den Sonntag als Spieltag gebunden. Auf dem Jahnplatz bestand durch U17 (Anstoß 10.45 Uhr), die A-Liga-Partie der TBV-Reserve (13.15 Uhr) und dem Bezirksligaderby gestern eine enge Taktung. Coronabedingt muss zwischen den einzelnen Partien ausreichend zeitlicher Abstand eingehalten werden, um den „Begegnungsverkehr“ auf der Sportanlage zu entzerren. Zudem besteht für Platzwart Ali Yeldan die Gelegenheit, die Kabinen vor jedem Spiel hygienegerecht zu desinfizieren.