Schieder-Schwalenberg. Vielfach ist es eine friedliche Koexistenz zwischen munterem Vogelgezwitscher und dem charakteristischen Ploppsound der gelben Filzbälle: Willkommen in der neuen Tennissaison, die gerade auf vielen Anlagen in Lippe startet. Ganz besonders stolz sind die Verantwortlichen beim TC Schieder-Schwalenberg, der bereits vor 52 Jahren als gemeinnützigen Ehrenamtsprojekt entstanden ist und nun regelrecht „aus dem Dornröschenschlaf erwacht“, wie es Pressesprecher Andreas Leber umschreibt. Zur großen Wiedereröffnung der Anlage am kommenden Samstag, 10. Mai, hat sich sogar Tennislegende Claudia Kohde-Kilsch angekündigt. Die einstige Weltranglisten-Vierte, Doppel-Siegerin von Wimbledon sowie Bronzemedaillen-Gewinnerin 1988 in Seoul, zusammen mit Steffi Graf, fungierte zwischen 2017 und 2024 im DTB als Bundestrainerin und brachte sich auch im Deutschen Behindertensportverband ein, wo sie das Deutsche Rollstuhl-Tennis-Team förderte. Womit die Spur nach Schieder-Schwalenberg gelegt ist. Bis die Anlage in der Hainbergstraße 13, unweit des SchiederSees, wieder ertüchtigt wurde, mussten Vorsitzender Stephan Müller und sein Team sehr viele Vorarbeiten leisten. Aktuell hat der Tennisclub 42 Mitglieder, wovon 34 aktiv die Plätze nutzen. „Alles war mehrere Meter hoch zugewuchert und musste daher von vielen Mitgliedern und ehrenamtlichen Helfern erst einmal sprichwörtlich aus dem Dornröschenschlaf befreit werden“, schildert Andreas Leber die lange Instandsetzungsphase. Dabei offenbarten sich die Schäden, welche der Zahn der Zeit an den Tennisplätzen hinterlassen hatte. Dank des NRW-Förderprogramms „Moderne Sportstätten 2022“ und einem überzeugenden Konzept, welches unter anderem die Jugend und besonders auch Menschen mit Handicap einbezog, habe es am Ende die ersehnte Förderung aus dem 300 Millionen Fördertopf gegeben. Damit konnten zwei der drei Tennisplätze von Grund auf neu aufgebaut werden und strahlen nun in neuem Glanz. Sie verfügen über einen speziellen Kunstrasen mit Quarzsand, welcher auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Uwe Westphal, bisher der einzige Spieler mit Handicap, ist von der neuen Rasenfläche total begeistert und wünscht sich weitere Sportinteressierte, die, wie er, auf den Rollstuhl angewiesen sind. Ohnehin peilt der Verein in naher Zukunft noch weitere wichtige Verbesserungen an. Da das Vereinsheim auf der Anhöhe nur über eine Treppe oder umständlich über einen langen Schotterweg erreichbar ist, möchte der TC Schieder-Schwalenberg eine Art Rampe bauen, um den Weg zu verkürzen, sowie rollstuhltaugliche Parkplätze errichten. Das Vereinsheim, welches rund 40 Sitzplätze bietet, wird für den Tag der offenen Tür auf Hochglanz poliert und Toiletten und Umkleidekabinen auf Vordermann gebracht. Bei weiteren Förderungen oder Spenden möchte der TC auch das dritte Tennisfeld sowie einen kleineren Übungsplatz mit einer Übungswand wieder bespielbar machen. Auf der kleineren Fläche könnte man sich, so Platzwart Marcel Schröder, auch zusätzlich zwei Basketballkörbe vorstellen oder eine Boulefläche integrieren. Der größere noch herzurichtende Platz würde sich für zwei Padel–Anlagen anbieten. Diese neue Tennisart biete sich besonders für Sportler mit Handicap an. Zudem hat der Verein Kontakte zu umliegenden Schulen aufgenommen, um der Jugend den Tennissport schmackhaft zu machen. Der Nachwuchsmangel ist nämlich auch beim TC Schieder-Schwalenberg ein Thema. Die Neueröffnung wird am Samstag zwischen 11 und 19 Uhr mit einem bunten Rahmenprogramm flankiert. Ehrengast Claudia Kohde-Kilsch stehe für Autogramme zur Verfügung und werde gerne ihre Autobiografie „Regenpause“ mit persönlicher Widmung versehen. „Ob es zu einem kleinen Show-Match kommt, lassen die Verantwortlichen noch offen, da es ja auch Überraschungen geben muss“, schreibt Andreas Leber. Zur Verwirklichung der weiteren Projekte ist der Verein auf Spenden angewiesen, wofür das Vereinskonto des Tennisclub Schieder-Schwalenberg unter IBAN: DE41 4765 0130 0000 5225 24 32816 zur Verfügung steht.