Augustdorf. Brigadegeneral Marco Eggert wird in Kürze seine Funktion als Kommandeur der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ abgeben und ins Bundesministerium der Verteidigung in Berlin wechseln.
„Eggert übernahm die Führung der Brigade vor rund drei Jahren im Februar 2023 und führte den Großkampfverband des Heeres durch eine Zeit sehr umfangreicher Umstrukturierung und Neuausrichtungen mit dem Schwerpunkt auf den Aufbau der sogenannten Mittleren Kräfte sowie der Steigerung der Einsatzbereitschaft im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung“, erinnert die Bundeswehr in einer Pressemitteilung.
Nachfolge noch offen
Die Nachfolge über das Kommando der Panzerbrigade 21 werde derzeit bestimmt.
In seiner neuen Verwendung übernimmt Brigadegeneral Eggert nach Angaben der Bundeswehr kurzfristig die Leitung des neu eingerichteten Sonderstabselements Digitalisierung Landbasierter Operationen im Bundesministerium der Verteidigung. Bundesminister Boris Pistorius habe die Einrichtung dieses neuen Koordinierungselements für die Ministeriumsleitung Ende 2025 bekannt gegeben.
Eine erfolgreiche Umsetzung der Digitalisierung der Landstreitkräfte habe der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Dr. Christian Freuding, kürzlich als „kriegsentscheidend“ bewertet, es sei das aktuell größte Rüstungsprojekt der Bundeswehr.
„Eggert übernahm die Panzerbrigade 21 mit dem Auftrag, sie zur ersten Brigade der Mittleren Kräfte des Deutschen Heeres weiterzuentwickeln. Diese radgebundenen Kräfte sind auf eigener Achse verlegbar und für unterschiedliche Einsatzszenarien vielseitig einsetzbar. Während seiner dreijährigen Amtszeit setzte Eggert diesen Auftrag konsequent um“, schreibt die Bundeswehr.
Kurz nach seinem Dienstantritt habe die Brigade zwei kettenbasierte lippische Bataillone abgegeben – das Panzergrenadierbataillon 212 und das Panzerbataillon 203 – und im Gegenzug zwei radbasierte Jägerbataillone aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern integriert. Unter Eggerts Führung habe die Panzerbrigade 21 zudem den Auftrag als Rückversicherungsbrigade in Litauen übernommen.
Artilleriebataillon 215 aufgestellt
„Es folgten umfangreiche Übungs- und Verlegevorhaben im Nato-Bündnisgebiet, an denen im Jahr 2024 mehr als 5000 Soldatinnen und Soldaten sowie mehrere Hundert Gefechtsfahrzeuge beteiligt waren. Ziel war die glaubhafte Abschreckung gegen potenzielle Aggressoren beim Nato-Partner Litauen. Zuletzt stellte Eggert im Oktober 2025 das Artilleriebataillon 215 auf – den ersten Artillerieverband des Deutschen Heeres, der mit Radhaubitzen und modernen unbemannten Waffensystemen ausgestattet werden wird“, heißt es weiter.
Die Panzerbrigade 21 ist laut Pressemitteilung die erste Brigade des Deutschen Heeres, die der neuen Kräftekategorie Mittlere Kräfte zugeordnet wurde. Mit ihren radbeweglichen, hochmobilen Verbänden sei sie in der Lage, schnell und flexibel innerhalb des Nato-Einsatzraumes zu verlegen. Hohe Mobilität, starke Feuerkraft und robuster Schutz machten den Großverband zu einem zentralen Pfeiler für Krisenreaktion sowie Landes und Bündnisverteidigung.