Detmold. „Warum fragen die uns denn nicht mal?“ - das haben einige LZ-Leser in ihren Kommentaren zu den Artikeln über die geplante Umbenennung des LWL-Freilichtmuseums Detmold geschrieben. Also haben wir als LZ-Redaktion genau das getan. Weil der Namensvorschlag „LWL-Museum Hellerlecht - Westfälisches Landesmuseum für Kultur und Geschichte, Detmold“ bei vielen auf Unverständnis und Kritik gestoßen war, wollten wir wissen: „Welche Idee haben Sie für den künftigen Namen des Museums?“ Mehr als 180 Teilnehmer machten mit. Bei den Ergebnissen fällt vor allem eines auf: Sehr viele Umfrageteilnehmer wünschen sich den Erhalt des Status quo. Sie möchten, dass die Bezeichnung „Freilichtmuseum Detmold“ bestehen bleibt. „Weil es in Detmold steht und der Name über die Grenzen hinaus bekannt ist“, lautet eine der Begründungen, in der es um die hohe überregionale Bekanntheit geht. Andere heben darauf ab, dass der Begriff „Freilichtmuseum“ aussagt, was dahintersteckt und was die Besucher erwartet. Und auch die Kosten spielen eine Rolle: „Weil kein Geld verbraten wird für einen neuen Namen“, erklärt ein Teilnehmer. Neue Kombinationen Andere schlagen neue Kombinationen vor, um die anstehenden Veränderungen einzubeziehen. Wie berichtet, erhält das Freilichtmuseum ein neues Eingangs- und Ausstellungsgebäude, welches im Unterschied zum Freilichtgelände ganzjährig geöffnet sein soll. Ein Vorschlag lautet: „LWL-Freilicht-Museum Detmold“. Die Begründung: „Im Sprechmodus bleibt der Begriff ,Freilichtmuseum’ erhalten. Im Lesemodus wird durch den Bindestrich signalisiert, es gibt zwei Komponenten: Freilichtmuseum und Museum.“ Lesen Sie auch: Freilichtmuseum Detmold: Dieser Lipper entscheidet über den Namen mit - und ist überrascht Empörung pur: So wettern LZ-Leser gegen den neuen Namen fürs Detmolder Freilichtmuseum Deshalb soll das Freilichtmuseum Detmold umbenannt werden Weitere von vielen Ideen in diese Richtung sind: „LWL (Freilicht)Museum Detmold“, „LWL-Freilicht+Museum Detmold“, „LWL-Freilichtmuseum Detmold 2.0“, „LWL Ganzjahresmuseum zu Detmold“ sowie „LWL Sommer-Winter Museum Detmold“. Darüber hinaus ist eine Erweiterung des bisherigen Begriffs zu finden: „LWL Kultur- und Freilichtmuseum Detmold“, „LWL Museum für Alltagskultur Detmold“ oder „LWL Museum Detmold - Westfälisches Landesmuseum für Kultur und Geschichte“. Dorf, Zeit, Erleben Andere Teilnehmer legen den Fokus noch stärker auf das Inhaltliche und arbeiten mit Begriffen wie „Dorf“. Etwa in: „Lippisches Museumsdorf des LWL in Detmold“ oder auch „LWL DorfWelten Detmold“. „Vita rustica Detmold“ wird ebenfalls genannt. „Das bedeutet Landleben und der Zusatz Detmold bestimmt die Örtlichkeit“, so die Begründung. Bei vielen geht es um das Erleben und um Zeit: „ZeitWandel - Erlebniswelt Geschichte und Natur“, „Erlebnis-Museum Detmold“ und „Westfalen Erleben - Freilichtmuseum Detmold am Teutoburger Wald“. Weitere Ideen sind: „HeimatZEIT Ostwestfalen“ und „WestfalenZeit – Museum für Alltagskultur und Geschichte Detmold“ oder auch „Zeitreise, das LWL Freilichtmuseum in Detmold“. Letztere gibt laut dem Ideengeber Spielraum für vieles, wäre zeitlos, modern und rege trotzdem zum Nachdenken an. „Und da es nun mal in Detmold ist, sollte Detmold auch nicht fehlen.“ Spiel mit „Frei“ und „Licht“ Auch mit „Freilicht“ wird bei den Formulierungen gespielt. So könnte sich ein Teilnehmer die Bezeichnung „Freilicht-Forum-Detmold“ vorstellen, weil diese den ganzjährigen Ausstellungen Rechnung trägt. „LWL Freiraum Museum Detmold“ ist eine weitere. Noch kreativer wird es bei „LWL-Museum Argillarium“ als Bezeichnung für das Eingangsgebäude (nicht das restliche Freilichtmuseum). „Argilla ist die lateinische weibliche Form von Lehm, der im Rahmen der Nachhaltigkeit in einigen Wänden verbaut“, heißt es als Erklärung. Plattdeutsches Einige Teilnehmer können sich auch mit dem plattdeutschen Begriff „Hellerlecht“, den der Landschaftsverband Westfalen-Lippe ins Feld geführt hatte, anfreunden und schlagen Varianten vor: „LWL Museum Hellerlecht Detmold“, „Freilichtmuseum Hellerlecht zu Detmold“ oder „Detmolder Freilichtmuseum LWL Hellerlicht“. Dazu kommen weitere Ideen wie „Lipper grudsteun“: „Grudsteun ist Platt und bedeutet Grundstein. Erstens für neues Gebäude, zweitens für die Geschichte, die drinnen präsentiert wird“. Oder „Detmolder Leev“: „Leev heißt Liebe / Herzlichkeit auf Plattdeutsch und beschreibt das Gefühl im Freilichtmuseum zu sein.“ Hermann und Theotmalli Wieder andere spielen mit dem Hermannsdenkmal („Freilichtmuseum am Hermann“, „Hermanikus“, LWL-Freilichtmuseum Arminius“) oder mit Theotmalli, dem alten Namen Detmolds („Theotmallidörp“, Westfälisches LWL-Museum Theotmalli“. Und auch der erste Museumsdirektor, Prof. Dr. Josef Schepers, taucht auf: „LWL - Museum Schepers Westfälisches Landesmuseum für Kultur und Geschichte, Detmold“. Zwischen den Zeilen ist zu lesen, dass nicht alle dieser Vorschläge ernst gemeint sind, sondern durchaus mit einem Augenzwinkern daherkommen. Nichtsdestotrotz haben sich viele Menschen Gedanken gemacht und schauen mit Spannung darauf, wie der LWL-Kulturausschuss über den Namensvorschlag des Trägers entscheidet. Dieser tagt am Mittwoch, 25. Juni, ab 10.30 Uhr im Plenarsaal, Freiherr-vom-Stein-Platz 1 in Münster.