Detmold. Wegweiser, Schilder, Drucksachen, Internetseiten - viele Dinge, auf denen bislang „Freilichtmuseum“ zu lesen ist, müssen überarbeitet werden. Denn: Mit der Eröffnung des im Bau befindlichen Eingangs- und Ausstellungsgebäudes im Juni 2026 soll auch der neue Name „LWL-Museum Hellerlecht“ in Kraft treten. Das bringt einiges an Aufwand und Kosten mit sich. Höhe unbekannt. Wie berichtet, hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Träger des Museums ein Konzept erarbeiten lassen, welches die Namensgebung und auch bereits erste Ideen für ein Logo und das Marketing beinhaltet. Dabei wird er vom „studio tülü“ mit Sitz in Hamburg begleitet. Über die Kosten gibt er keine Auskunft: „Wir haben uns entschieden, den Namen der Agentur, die die Gestaltungsleistung erbracht hat, zu nennen. Damit ist aus Datenschutzgründen ausgeschlossen, gleichzeitig das Honorar oder andere Vertragsdetails zu benennen. Man hätte auch andersherum verfahren können“, heißt es auf Nachfrage aus der Pressestelle. „Umlabeln“ im laufenden Prozess Das reine „Umlabeln“ werde kaum zusätzliche Kosten verursachen, da die allermeisten Veränderungen im Zuge von laufenden Arbeitsprozessen vorgenommen würden. Das bezieht sich zum einen auf den Neubau des Eingangs- und Ausstellungsgebäudes für 58 Millionen Euro, bei dem auch gleich die Gebäudeeinrichtung und Beschilderung mit abgedeckt werden. Und zum anderen auf die Anpassung von Druckprodukten wie Flyern, Plakaten oder dem Jahresprogramm. „Diese werden sowieso regelmäßig, oft jährlich, aktualisiert und werden in diesem Zusammenhang auch den neuen Namen einbinden. Altbestände von noch gültigen Drucksachen werden im Sinne der Nachhaltigkeit aufgebraucht“, erklärt der LWL. Alle Artikel zum Freilichtmuseum gibt es auf unserer Schwerpunkt-Seite Darüber hinaus solle der Name auf der Webseite des Museums und den entsprechenden Seiten des LWL sowie den Social-Media-Profilen angepasst werden. Die Beschilderung im Museumsgelände trage größtenteils keinen Museumsnamen, sodass hier auch keine Anpassungen erforderlich seien. Wegweiser und Schilder an Straßen Anders sieht es an den Straßen sowie Rad- und Fußwegen in der Umgebung aus, wo vielfach „Freilichtmuseum“ zu lesen ist. „Wenn sich der Name ändert, müssten auf den Straßen im Stadtgebiet Schilder und Wegweiser geändert werden“, hatte die Stadt Detmold bereits im Vorfeld zum endgültigen Beschluss zur Umbenennung auf Nachfrage erklärt. Die Kosten übernehme der Straßenbaulastträger, also derjenige, dem die Straße gehöre. Das könne die Stadt, der Kreis, das Land oder der Bund sein. Bei den Ortsdurchfahrten in Detmold liegt die Baulast bei der Stadt. „Für die Änderung von etwa 20 Schildern und Wegweisern im Stadtgebiet würden auf die Stadt Detmold nach einer groben Schätzung der Kollegen aus dem zuständigen Fachbereich Kosten zwischen 3500 und 5000 Euro zukommen“, heißt es aus dem Rathaus weiter. Eine Weitergabe der Kosten an den LWL ist nach Einschätzung der Stadt nicht möglich. Die Beschilderung so zu belassen wie sie ist, wäre grundsätzlich auch eine Option. Das geht zumindest aus einer Einschätzung des Landesstraßenbaubetriebs Straßen.NRW hervor: „Aus unserer Sicht spricht erst mal nichts dagegen, die Schilder trotz Namensänderung unverändert stehenzulassen. Bestünde aber grundsätzlich Irreführung oder Verwechselungsgefahr, würden meine Kollegen die Angelegenheit konkreter analysieren“, heißt es aus der Pressestelle. Wenn die Wegweiser angepasst werden, sei jedoch die sogenannte Kontinuitätsregelung zu beachten. „Die Richtlinie sieht vor, dass ein aufgenommenes Ziel auf allen nachfolgenden Wegweisern bis zum Erreichen des Ziels wiederholt wird. Eine teilweise Änderung ist also nicht gestattet.“ Werbematerial der Tourist Info Darüber hinaus müssen Werbemittel und Prospektmaterial der Tourist Information Lippe und Detmold geändert werden. Zu den Kosten kann noch keine Aussage getroffen werden, aber zu den betroffenen Breichen: Aktualisierung diverser Online-Einträge (Homepages, destination.one), Überarbeitung von Prospektmaterial, Anpassung von Büchern (Reiseführer und Bildbände über die Region), Anpassung von Wander- und Radkarten, Änderung der allgemeinen touristischen Beschilderung, einschließlich Bushaltestellen (und Busfahrplänen), Anpassung von Wanderinfotafeln, Umprogrammierung des Pepper-Roboters in der Tourist-Information, Aktualisierung der Inhalte im Landschaftsmodell, Erneuerung der Wand hinter dem Beratungstresen, Überarbeitung von Postkarten sowie gegebenenfalls weiteren Merchandise-Artikeln. „Viele Kosten in diesem Bereich träfen die Stadt Detmold nicht allein, da auch andere Akteure die Angebote mitfinanzieren“, erklärt die städtische Pressestelle. Offen sei zudem, ob alle genannten Punkte unmittelbar geändert werden müssen oder ob zum Beispiel vorhandenes Prospektmaterial zunächst so lange weiterverwendet werden kann, bis es aufgebraucht ist.