Detmold-Heidenoldendorf. Es wird ein üppiges Bauprojekt, das Heidenoldendorfs Zukunft und das Orts-Entrée mit vielen Wohnhäusern, Seniorenwohnen und einem medizinischen Zentrum neu definiert: Auf der Pferdewiese zwischen Bielefelder- und Hiddeser Straße entsteht ein neues Baugebiet. Die Projektentwickler von Flöttmann Immobilien aus Bielefeld und der Investor Immoloft aus Lage stellten die aktuellen Planungen erneut vor. Mit dem Update wird auf viele Wünsche aus der Bevölkerung reagiert. Zeitnah soll es nochmals eine Bürgerversammlung geben. Vor rund drei Jahren war das Vorhaben von Flöttmann erstmals im Fachausschuss vorgestellt worden. Nach wie vor liegt das Areal auf zwei Grundstücken im Wesentlichen brach und wird als Weidefläche und Reitplatz genutzt. Außerdem liegt die Kirche gleich nebenan mitsamt einer der am meisten befahrenen Kreuzungen in Detmold zwischen der Bielefelder-, Hiddeser- und Heidenoldendorfer Straße. Mit dem Großprojekt ist klar, dass hier noch etwas geschehen muss, da weiterer Verkehr in das Areal getragen wird. So dürfte die Stadt unter anderem eine neue Linksabbiegespur auf der Hiddeser etablieren. Außerdem sollen alle Geh- und Radwege deutlich breiter und eine Querung geschaffen werden. Es wird zudem neuer Parkplatz-Raum entstehen, der an Wochenenden auch von Besuchern der Gottesdienste genutzt werden kann. Kreuzung wird ausgebaut Projektentwickler Horst Flöttmann erklärt: „Bei einer Bürgersammlung haben wir viele Stimmen gesammelt und wissen, dass es sich um einen sensiblen Bereich handelt. Viele Bürger hatten Bedenken, dass durch die Planungen der dörfliche Charakter verloren gehen könne.“ Weiter stehe die evangelische Kirche unter Denkmalschutz, weswegen sie nicht verdeckt werden solle. Im Moment ist sie das durch ein kleines Wäldchen. Das soll künftig weichen und das Denkmal sehr viel besser zu sehen sein. „Die Planung“, so Flöttmann, „wurde nach der Bürgerversammlung angepasst. Alles ist nun viel lockerer, weniger verdichtet und mit weniger Baukörpern mit weniger Geschossen. Es gibt mehr Flachdächer, Dachbegrünung, und ein größerer Bauriegel wird mit rotem Dach von der Gestaltung her an die Umgebung angepasst.“ Hohe Nachfrage Die Stadt weiß: In Detmold und seinem größten Ortsteil Heidenoldendorf besteht eine hohe Nachfrage nach Wohnraum – nach Möglichkeit zentral. Mit der Bebauung solle dazu beigetragen werden, diese Nachfragen zu decken. Zudem biete die zentrale Lage des Areals die Möglichkeit, ein Quartier zu entwickeln, in dem auch verschiedene soziale und gesundheitliche Dienstleistungen gebündelt werden. „So können beispielsweise Pflegeeinrichtungen, Beatmungsgruppen, Servicewohnen sowie Facharztpraxen zusätzlich zur Wohnnutzung nördlich der Hiddeser Straße angesiedelt werden“, schildert die Verwaltung. Durch die Einrichtung öffentlicher sowie privater Grünflächen und die mögliche Ansiedlung von Gastronomiebetrieben und Gewerbeeinheiten könne für die Anwohner ein lebendiges Quartier entstehen. Genau das soll auch passieren. Auf den beiden Grundstücken rechts und links der Hiddeser Straße sind mehrere Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser vorgesehen. Geplant ist außerdem ein mehrgeschossiger Bau mit Einrichtungen für die Tagespflege, barrierefreiem Wohnraum, Wohngruppe und bezahlbarem altersgerechten Wohnen. Im Kreuzungsbereich entsteht ein Objekt, in dem eine Bäckerei mit Café einen Platz finden soll, ein Zahnarzt- und Allgemeinmediziner sowie ein Gesundheitsstudio mit dem Schwerpunkt auf Reha-Sport. „Außerdem“, schildert Projektentwickler Horst Flöttmann, „wird ein Spielplatz erstellt und ein Bereich für Begegnungen.“ Das Areal werde mit verschiedenen Wegen erschlossen. Gespräche mit Interessenten laufen „Bereits im Vorfeld sind durch unser Büro Gespräche mit verschiedenen gewerblichen Nutzern und Betreibern der Senioreneinrichtungen geführt worden. Mit diesen verschiedenen Kauf- und Mietinteressenten sind wir in laufendem Kontakt“, schildert er weiter. Alle Beteiligten würden nun auf den rechtskräftigen Bebauungsplan warten. Im gewerblichen Bereich stünden noch Flächen zur Verfügung. Die Vermarktung der Reihenhäuser, Doppelhäuser und Einfamilienhäuser könne erst nach Rechtskraft des B-Plans erfolgen, wobei sich Interessenten vormerken lassen könnten. Der dem Fachausschuss für Stadtentwicklung vorgestellte Gestaltungsplan geht nun wieder in die Offenlegung. Darüber hinaus ist noch eine weitere Bürgerversammlung in Heidenoldendorf geplant. Der genaue Termin folgt. „Nach der Auswertung der Offenlage“, erklärt Horst Flöttmann, „werden die Eingaben ausgewertet und der Plan eventuell noch einmal angepasst. Danach erfolgt dann in einer weiteren Sitzung der Satzungsbeschluss, und dann könnten wir im Frühjahr 2026 mit einem rechtskräftigen Bebauungsplan rechnen. Sodann kann mit den Erschließungsmaßnahmen begonnen werden, und es können die Bauanträge gestellt werden.“