Dörentrup. Turnhalle statt Liegewiese: Das bereits um 15 Uhr gestartete Festival kam gerade in die heiße Phase – nicht nur wegen der Temperaturen um die 30 Grad Celsius –, da mussten die Besucher des „HilleBeatz” im Freibad Hillentrup das Gelände um 20.30 Uhr verlassen. „In Absprache mit der Feuerwehr haben wir die Musik gestoppt und die Gäste informiert”, sagt Sören Teismann vom Veranstalter Hirschgold Events. Den Besuchern wurde freigestellt, ob sie sich in ihren eigenen Autos oder in der Turnhalle gegenüber in Sicherheit bringen wollten. „Etwa 1100 Gäste versammelten sich schließlich in der Turnhalle”, so Teismann. Da für den Tag eine amtliche Unwetterwarnung vorgelegen hatte, sei die Halle von Gemeinde und Veranstalter bereits für diesen Fall vorgesehen gewesen, erklärt Bürgermeister Friso Veldink (CDU). Er hatte sich am Morgen den Hallenschlüssel besorgt und die Verantwortlichen informiert. „Wir waren davon ausgegangen, die Menschen vielleicht bei Sturm oder Hagel in Sicherheit bringen zu müssen“, so Veldink. Das Freibad selbst hätte nur Unterstellmöglichkeiten für etwa 50 Personen geboten. „Und die Autos der Besucher waren ja teilweise weit weg geparkt.“ Veldink lobt die Gäste, die sich vorbildlich verhalten hätten. Polonaise in der Turnhalle „Es war klar, dass es zu einer Situation wie dieser kommen kann”, so Teismann. Die Evakuierung selbst sei absolut komplikationslos abgelaufen, habe gerade einmal sieben Minuten gedauert. In der Halle selbst wurde weitergefeiert. „Wir haben eine Box, die sonst für den Sportunterricht genutzt wird, an unser Laptop angeschlossen, und ein DJ hat weiter Musik gemacht”, so der Event-Fachmann. Die Stimmung sei ausgelassen gewesen. „Wir haben für Animation gesorgt, eine Polonaise ging durch die ganze Halle”, beschreibt er den Ausnahmezustand am Sonnabend. Die Gäste hätten den Veranstaltern für den Umgang mit der Situation gedankt. „Sie hätten sich jederzeit sicher gefühlt”, fasst Teismann das Feedback zusammen. Auch über Instagram, wo sie direkt im Nachgang um Erfahrungsberichte gebeten hätten, seien die Rückmeldungen allesamt positiv gewesen. Auch Bürgermeister Veldink sagt, er habe ausschließlich Gutes gehört. „Trotz der Widrigkeiten war die Stimmung gut. Viele Gäste feierten nach der Unterbrechung weiter. Ohne die Turnhalle wäre das nicht möglich gewesen.“ „Es war der Wahnsinn“ Erst nach gut zwei Stunden gab es von der Feuerwehr Entwarnung und das Festival konnte fortgesetzt werden. „Rund 800 Gäste kamen schließlich zurück auf das Gelände”, so Teismann. Alle gebuchten DJs hätten gewartet und der Spielplan wurde um 15 Minuten bis 0.45 Uhr verlängert. „Nachdem das Gelände um 22.45 Uhr wieder freigegeben war, haben die Leute gefeiert – es war der Wahnsinn”, freut sich Teismann. Auch organisatorisch lobt er die Premiere des Festivals. Die extra eingerichtete Parkplatz-Wiese am Mühlingsbach gegenüber vom Spielplatz habe ein etwaiges Park-Chaos unterbunden – es mussten lediglich ein Pkw und ein Motorrad abgeschleppt werden. Der Müll sei vorbildlich entsorgt worden, das Gelände und die umgebenden Straßen seien „außergewöhnlich sauber” hinterlassen worden. Teismann findet: „Die Leute haben sich tipptop benommen.“ Gemeinde zahlt Reinigung Aus finanzieller Sicht gerate die Veranstaltung aufgrund der Evakuierung nun allerdings zum Desaster. „Uns fehlen die wichtigsten zweieinhalb Stunden für den Getränkeverkauf.” Daher sei noch nicht ganz geklärt, ob das Festival auch in 2026 wieder stattfinden wird – obwohl Bürgermeister Veldink bereits grünes Licht gegeben hat. „Wichtig ist, wie wir als Veranstalter für solche Risiken abgesichert werden können“, erklärt Teismann. Darüber werde man sich mit der Gemeinde austauschen. Klar sei: Was die Gäste, die Location und die Party selbst betreffe, sei er „absolut zufrieden“. Friso Veldink bestätigt ein Gespräch in der kommenden Woche. Auch auf die Gemeinde kommen Extra-Kosten zu: „Wir mussten eine Sonderreinigung für die Turnhalle veranlassen, damit am Montag direkt wieder Schulsport stattfinden konnte – das geht jetzt zu unseren Lasten.“ An der Zusammenarbeit mit dem Veranstalter habe er nichts auszusetzen: „Es wurde eins zu eins so umgesetzt, wie geplant.“ Die Liegewiese habe durch den Regen mehr gelitten als erhofft, doch in vier Wochen werde davon wohl nichts mehr zu sehen sein. Insgesamt finde er, das „HilleBeatz“ sei „eine Bereicherung für Dörentrup“. -------------------------------------------– Transparenzhinweis: Die ursprüngliche Version wurde um die Aussagen von Bürgermeister Friso Veldink und Fotos ergänzt.