Extertaler Mittelstraße Wochenende zur Festmeile

Sylvia Frevert

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Freuen sich auf den Extertaler Familientag: (von links) Bürgermeisterin Monika Rehmert, Tanja Johannsmeier (Kita Almena), Corinna Gröne (DRK-Kita), Sylvia Bastian (CJD-Kita), Birgit Dohmann (Kita Silixen), Sven Wohlmann (Kita Friedrich Linnemann-Stiftung) und Renate Köster (Gemeinde Extertal). Foto: Sylvia Frevert - © Sylvia Frevert
Freuen sich auf den Extertaler Familientag: (von links) Bürgermeisterin Monika Rehmert, Tanja Johannsmeier (Kita Almena), Corinna Gröne (DRK-Kita), Sylvia Bastian (CJD-Kita), Birgit Dohmann (Kita Silixen), Sven Wohlmann (Kita Friedrich Linnemann-Stiftung) und Renate Köster (Gemeinde Extertal). Foto: Sylvia Frevert (© Sylvia Frevert)

Extertal-Bösingfeld. Extertal hat Grund zum Feiern. Und das gleich vier Mal. An Samstag, 14. September, wird Bösingfeld von der Mittelstraße über den „Park mit Potenzial" am alten Friedhof bis zur Grundschule in der Schulstraße zur Festmeile.

Die Gründe für die „Riesen-Party": Die Großgemeinde Extertal wird nach der Eingemeindung der Ortsteile 1969 50 Jahre alt. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die im Extertal einen regen Ortsverband hat, feiert 100-Jähriges. Und jeweils fünf beziehungsweise zehn Jahre existiert der „Nahkauf" an zwei Stellen. Warum der Tag ein „Familientag" wird, ist der vierte Grund zum Feiern: „Alle fünf Extertaler Kindergärten sind nun als Familienzentrum zertifiziert", freut sich Bürgermeisterin Monika Rehmert.

Wenn nur die 400 Kinder der fünf Kitas mit Eltern und Großeltern kämen, dann würde das „Familienfest" bereits gigantisch werden. Vermutlich aber wird die Besucherzahl deutlich höher liegen. Nahezu täglich gehen bei Rehmert neue Anmeldungen für Stände ein: von der AWO über die Bücherei, den Imker- und Geflügelverein, den Nabu, die Tafel bis hin zum Sportverein TSV sind unzählige Extertaler an diesem Tag engagiert.

Etwa 50 Stände wird es allein entlang der Mittelstraße geben, die an diesem Tag für den Verkehr gesperrt ist. Insgesamt haben mehr als 70 Vereine, Gruppen und Unternehmen ihre Teilnahme angemeldet. „In der Mittelstraße allein sind das mehr als doppelt so viele Stände wie zum Weihnachtsmarkt", sagt Sylvia Bastian, Leiterin der CJD-Kita. Dass die von den Kitas an die Gemeinde herangetragene Idee eines Familienfestes so große Ausmaße annehmen würde, „das hätte von uns niemand gedacht", sagt auch Sven Wohlmann, Leiter der ältesten Extertaler Kita, der Friedrich-Linnemann-Stiftung. Diese war vom gleichnamigen Stifter zu Beginn des 20. Jahrhunderts laut Testamentsverfügung mit 25.000 Mark als Kleinkinder-Schule ins Leben gerufen worden. Ein großes Fest für Extertal, „das uns in der Bandbreite der Akteure absolut positiv überrascht hat", erklärt Wohlmann.

Dabei habe es mit dem großen Fest klein angefangen: „Wir wollten eigentlich als Kitas etwas gemeinsam machen und haben gemerkt, dass wir Hilfe in der Organisation benötigen." Die Gemeinde sprang als Mit-Veranstalter in die Bresche, denn auch sie hat schließlich etwas zu feiern. Und gefeiert wird am Samstag, 14. September, ab 11 Uhr. Dann eröffnen die kleinsten Gäste, die Kita-Kinder, das Familienfest auf der Bühne auf dem Marktplatz. Dort gibt es den ganzen Tag Programm, musikalisch untermalt von einem DJ.

Zum Kaffeetrinken im Bürgersaal lädt das Geburtstagskind AWO ein und zeigt einen Film zur 100-jährigen Geschichte der Hilfsorganisation. Spannend wird es auf dem Gelände der Grundschule: Feuerwehr und Landwirtschaftlicher Verein fahren Großgeräte auf und gestalten Mitmach-Aktionen. Sportlich geht es zu im „Park mit Potenzial". Dort zeigen Bogenschützen und FCO ihr Können.

Das gesamte Programm gibt es im Internet unter www.familientag-extertal.de.

Reform

50 Jahre Großgemeinde Extertal – die Geburtsstunde schlug am 1. Januar 1969, als das „Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Lemgo" über das Schicksal der zwölf bis dato selbstständigen künftigen Extertaler Ortsteile bestimmte. Zwölf ehrenamtliche Bürgermeister mussten ihre Aktenschränke räumen. Extertal wurde künftig von Bösingfeld aus verwaltet, aber die Gemeinde war verpflichtet, die Beamten, Angestellten und Arbeiter zu übernehmen. Dennoch waren die Extertaler, die sich im Rat zuvor gegen eine „Super-Gemeinde" ausgesprochen hatten, anfangs nicht ganz glücklich mit der Eingemeindung.

Das Rathaus, so die Meinung beispielsweise der Kükenbrucher, müsse nicht unbedingt in Bösingfeld stehen, sondern eher in der Mitte der Flächengemeinde. Auch der vom ersten Gemeindedirektor Siegfried Helbich vorgelegte Etat von 400.000 Mark für 24 Beamte und Angestellte stieß bei den sparsam eingestellten Extertalern auf Kritik, da die Kosten der Gemeindeverwaltung doppelt so hoch waren wie vorher. Aber Ende gut, alles gut: Heute ist genug Platz im Rathaus für alle Angestellten und Beamten – und das 50-Jährige ist ein Grund zum Feiern.

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