Extertal. Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses für die beiden Löschzüge Almena und Laßbruch geht gut voran. Nachdem im Januar nach langem Hin und Her die Grundsteinlegung erfolgte, könnte man meinen, die Zeiten der Komplikationen seien nun vorbei. Während der eigentliche Bau immer mehr Form annimmt, droht im Hintergrund allerdings Ärger. Denn das Gebäude wird nach jetzigem Stand teurer als ursprünglich angenommen. Und weil sich Politik und Verwaltung nach den Problemen mit der Mittelstraße 32 in Bösingfeld engmaschiger abstimmen wollen, stand das Thema in der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses auf der Tagesordnung. Bevor es um die Kosten ging, hatte André Nolting, Löschgruppenführer aus Almena, allerdings noch Fragen zum laufenden Bau. Eigentlich sei mit der Verwaltung abgestimmt gewesen, dass der Schulungsraum eine Trennwand bekommen soll, damit beide Löschgruppen ihren eigenen Bereich haben. „Das war doch politisch abgestimmt, jetzt ist die Trennwand aber plötzlich nicht mehr vorgesehen“, sagte Nolting und fragte nach dem Grund. Zudem sei seinerzeit politisch beschlossen worden, eines der Rolltore in der Fahrzeughalle, die inzwischen eingebaut sind, mit einer sogenannten Schlupftür auszustatten. „So muss nicht jedes Mal, wenn jemand kurz raus gehen möchte, das ganze Rolltor geöffnet werden“, erklärte der Löschgruppenleiter. Gerade im Winter sei eine Schlupftür eine Erleichterung. Auch die sei nun aber nicht eingebaut worden. Nachträgliche Kostenschätzung für Schlupftür Die Verwaltung hatte dazu ad hoc keine Antwort parat. Insbesondere, weil nach dem Tod von Bürgermeister Frank Meier, der lange auch die Leitung des Bauamtes innehatte, der Ansprechpartner fehlt, der über alle Vorgänge einen Überblick hat. Susanne Hor, Leiterin des Bereichs Hochbau, hatte allerdings eine Kostenschätzung für den nachträglichen Einbau einer Schlupftür eingeholt und bezifferte diesen auf rund 30.000 Euro. Denn dafür müsse unter anderem ein Stahlträger noch mal entfernt werden. „Wenn das doch politisch alles so beschlossen war, warum wurde es nicht umgesetzt?“, wollte daraufhin auch Ralf Wilde (SPD) wissen. Um zu gucken, was aus den alten Beschlüssen geworden ist, wurden diese Fragen zunächst zurückgestellt. Unklar, wie die Kosten geschätzt wurden Dann folgte das, was für einige Diskussion sorgte. „Nach DIN-Norm lag die Kostenschätzung 2023 bei rund 2,56 Millionen Euro“, führte Susanne Hor aus. Eingeplant seien im Haushalt entsprechend etwa 2,6 Millionen. Die derzeitige Schätzung liege allerdings bei gut drei Millionen und damit 500.000 Euro über dem Plan von 2023. Darüber informiere die Verwaltung die Politik nun rechtzeitig, damit keine ähnliche Situation wie beim Gebäude Mittelstraße 32 entsteht. Dort waren die Kosten bekanntermaßen von anfangs etwa 660.000 auf letztlich 1,9 Millionen Euro gestiegen. Die Ratsfraktionen zeigten sich irritiert darüber und baten in einem Antrag um eine lückenlose Darstellung der Kosten. Solchen Situationen wolle man künftig vorbeugen, sagte Susanne Hor. Ein Blick in den Stand der letzten Kostenaufstellung zeigt, dass vor allem beim Rohbau, bei den Elektroarbeiten und der Lüftung erhebliche Mehrkosten entstanden sind. Warum die seinerzeit anders geschätzt wurden, könne sie nicht beantworten, sagte Hor. Eine Möglichkeit sei, dass das so geschehen sei, weil die Kosten „drum herum“, für den Kreis zum Beispiel, umso höher seien je mehr mittels DIN-Norm für das Gebäude angesetzt wird. Dann habe dieses nämlich einen „höheren Wert“. Das wiederum könne auch dazu führen, dass die Firmen ihre Angebote höher ansetzen. Wie die Kosten am Ende aussehen, müsse man abwarten. Es gibt allerdings auch Kosten, die unter der DIN-Planung geblieben sind, darunter der Stahlbau, Heizung und Warmwasser, die WC-Trennwände und der Trockenbau. Inventar nicht einberechnet Detlef Korf (Zukunft Extertal), der die Sitzung als stellvertretender Ausschussvorsitzender leitete, wies aber darauf hin, dass die Kosten für Küche, Inventar und Spinde seinerzeit nicht in die Kostenschätzung mit aufgenommen wurden und kritisierte, dass diese entsprechend nicht mit in den damaligen Ratsbeschluss eingeflossen sind. „So sieht es jetzt natürlich so aus, als gebe es eine Differenz von einer halben Million Euro, was eigentlich nicht ganz richtig ist. Hätte man diese Dinge direkt mit aufgenommen, wäre es weniger.“ Selbst wenn nach DIN-Norm nur die Baukosten berechnet würden, worauf Mario Rehmsmeier (FDP) hinwies, müssten spätestens im Ratsbeschluss alle Fäden zusammengeführt werden, resümierte Korf. „Wie sicher sind die jetzigen Zahlen?“, wollte Markus Marcinczyk (Zukunft Extertal) wissen. „Bei den ausgeführten Arbeiten können keine Nachträge mehr gestellt werden“, sagte Susanne Hor. „Zehn Prozent Kostensteigerung in zwei Jahren sind nicht ungewöhnlich“, fand Mario Rehmsmeier. Viel mehr ärgere ihn, dass es nun offene Fragen über die Trennwand und die Schlupftür gibt. Die Verwaltung will weiter regelmäßig informieren.