Extertal-Bremke. Um die 330 sollen es sein. Bewohnerinnen und Bewohner in Bremke - der Ort an der Grenze zu Niedersachsen liegt zentraler als man das Bergdorf womöglich aus der Ferne einschätzt. Andreas Lecker ist Vorsitzender der Dorfgemeinschaft und weiß, warum: „Wir Bremker sind schnell in Rinteln oder Bösingfeld, auch relativ zügig auf der Autobahn in Bad Eilsen. Verkehrstechnisch muss hier keiner meckern.“ Übersichtliche Vereinsstruktur Übersichtlich gestaltet sich die Vereinsstruktur im Ort. Prägend ist neben der Dorfgemeinschaft die Feuerwehr, die im gleichen Gebäude untergebracht ist. Dann kommen der Kapellenverein und die Jagdgenossen. Andreas Stork ist eine Institution in Sachen Wanderwege und ebenfalls im Vorstand der Dorfgemeinschaft. Er bringt noch einen weiteren Faktor ins Spiel: „Das Patensteigteam leistet hier ganze Arbeit und daher kann man den Wandertourismus in Bremke durchaus positiv herausstellen.“ Stork wohnt direkt an der Grenze und kennt aus eigener Erfahrung die Nähe zu allen möglichen Zielen in Niedersachsen. „Das ist beim Freibadbesuch so, für den die Bremker in alle Richtungen ungefähr gleich lange unterwegs sind, egal, ob es nach Laßbruch, Bösingfeld oder Rinteln gehen soll. Und es ist bei den Kickern kaum anders.“ Sogar für die Schüler gelte dieses Prinzip der Vielfalt. Man könne nach Bösingfeld, Barntrup, Lemgo oder Rinteln zur weiterführenden Schule wechseln. Bremke hat nicht zuletzt durch die Lage auch kaum Probleme mit Leerständen. Obwohl das Bergdorf sich im Hinterland des Extertals „versteckt“, werden Immobilien, sollten sie mal leer stehen, relativ schnell wieder verkauft und bewohnt. Lecker: „Feste und Aktionen im Ort könnten von den Neubürgern stärker genutzt werden, um sie willkommen heißen zu können und aktiv in das Dorfgeschehen einzubeziehen.“ Und trotzdem sind in den letzten Jahrzehnten auch „feste Größen“ auf der Strecke geblieben. Lecker: „Der Bremker Krug ist lange dicht, obwohl Magdalene Rieke über die Grenzen hinaus einen sehr guten Ruf hatte, aber aus Altersgründen war einfach irgendwann Schluss.“ Etwas besser sieht es bei der Landwirtschaft aus. In Rickbruch ist der Hof Tölle aktiv in der Schweinezucht, am Ortsausgang von Bremke Jan Hiddessen mit seinen Milchkühen. Und ein paar Galloways sollen auch auf einer Bremker Wiese stehen. 110 Jahre alte Handspritze ist voll intakt Das Dorf verlassen muss, wer in die Kirche will. Die steht in Almena. Der Friedhof hingegen ist den Bremkern geblieben. Und seit 1914 intakt ist eine Handspritze bei der Feuerwehr. Lecker: „Absolut funktionstüchtig.“ Legendenstatus hat zudem die Tankstelle kurz vor dem „Goldenen Winkel“ an der Extertalstraße. Nicht, weil das Benzin so sensationell ist, früher, so Stork „wurde in der Timpenschmiede auch mal das ein oder andere Bier getrunken. Heute ist hier immer noch ein beliebter Treffpunkt für einen Kaffee und einen netten Plausch“ Und natürlich hat so ein Ort auch ein paar Handwerksbetriebe und eine Handvoll Bushaltestellen. Lecker: „Allerdings fährt der Schulbus nach Barntrup schon um 6.15 Uhr, der nach Rinteln erst um 7.04 Uhr.“ Stellt sich also die Frage, was wirklich fehlt. Lecker und Stork können liefern: „Ich denke, man muss fairerweise den fehlenden Radweg an der Extertalstraße nennen. Seit Jahrzehnten ist das jetzt schon ein Thema in der Kommunalpolitik. Passiert ist aber nichts. Und wir haben auch im Jahr 2025 kein Signal erhalten, dass es nun vorangeht.“ Anders bei den Baulücken; da sei im genannten „Goldenen Winkeln“ durchaus das eine oder andere Haus hinzugekommen. Bevor es untergehe, so Stork und Lecker, müsse man die Boulebahn noch erwähnen, die auch von Spielern aus anderen Orten genutzt wird. Und weil die Bremker Bouletten seit Jahren die Extertal-Meisterschaften organisieren und 2023 Platz 1 errungen hätten.