Shantys wecken Freilichtbühne aus dem Winterschlaf

Alina Hetland

  • 0
Karl Heinz Wiechers (0476), Vorsitzender des Magellan Shanty Chors und Chorleiter Heiko Isermann (0480) haben digital vorbereitet, was nun auf die Bellenberger Freilichtbühne kommt. - © Alina Hetland
Karl Heinz Wiechers (0476), Vorsitzender des Magellan Shanty Chors und Chorleiter Heiko Isermann (0480) haben digital vorbereitet, was nun auf die Bellenberger Freilichtbühne kommt. (© Alina Hetland)

Horn-Bad Meinberg/Bellenberg (ah). Erst seit vier Proben können die rund 40 Sänger des Magellan-Shanty-Chors wieder live und in Persona miteinander singen. Dass man ihnen diesen Umstand beim Konzert auf der Freilichtbühne Bellenberg nicht anmerkt, liegt am großen Engagement in der schwierigen Zeit „und an den Möglichkeiten des Internets", sagt Karl-Heinz Wiechers, erster Vorsitzender des Gesangsvereins. „So sind wir in Kontakt geblieben untereinander und konnten sogar ganz neue Projekte realisieren."

Eines dieser Projekte war der Song „Wellerman", der auch beim Konzert am Samstagabend auf der Freilichtbühne Bellenberg für die richtige Hochsee-Stimmung sorgte. Richtig, das Lied über den Fischer aus Neuseeland, der sich aus einem kleinen Ruderboot heraus mit einem Wal anlegt, weil seine Harpune im Rücken des Tieres stecken bleibt.

Und das Lied, das einen Postboten aus England quasi über Nacht zum Millionär machte, spinnt Wiechers das Seemannsgarn weiter. „Da dachten wir: Das können wir auch". Um das Stück gemeinsam einzuüben hat Chorleiter Heiko Isermann seinen Sängern Audio Dateien zugesandt, nach denen diese dann geübt haben. Schließlich schnitt er die Ergebnisse zu einem neuen Video zusammen. Das nun auch im Netz zu finden sei, berichtet er stolz.

Auftritt lange geplant

Die Geschichte, wie die „Shantys" auf die Freilichtbühne kamen, ist aber entgegen der Erwartung keine Corona-Story: Sicher ist der Freiluftaspekt gerade ein wichtiger Punkt, doch ausgeguckt hatte sich Karl-Heinz Wiechers die Lokation schon vor gut vier Jahren auf einem Spaziergang bei einem Verwandtenbesuch. Am Samstag nun war es soweit und die Shantys durften die diesjährige Saison der Freilichtbühne einläuten. Hinter den Kulissen wurde aber schon vor Wochen das Ensemble aus dem Winterschlaf geholt und ein neues Konzept „für alle Fälle" ausgearbeitet, so Christine Federschmid, Vorsitzende des Vereins Freilichtbühne Bellenberg.

So sehr sich die Schauspieler gefreut hätten, wieder in gewohnter Manier mit bis zu 60 Darstellern „über die Bühne zu hüpfen", sagt sie, „haben wir uns entschieden, die Besetzung jedes Stückes auf jeweils unter zehn Personen zu beschränken." Außerdem gibt es in diesem Jahr nur zwei reguläre Stücke. Den Anfang wird die Komödie „Macke, Macke" machen. In der geht es um eine Gruppe psychisch gestörter Menschen, die auf ihren Arzt warten. Eine derbe und witzige Story, aber mit einer schönen Botschaft, so Federschmid. Als Kinderstück werden die Bellenberger „Petterson und Findus" inszenieren. Das neue Konzept sieht dabei vor, die Stücke nicht wie sonst in zeitlichen Blöcken zu zeigen, sondern im Wechsel – nachmittags das Kinderstück und abends die Komödie. „Das ist für uns neu und erfordert ein komplett mobiles Bühnenbild", erklärt die Vorsitzende.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2021
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare