Horn-Bad Meinberg. Der Umbau des Kotzenbergschen Hofes ist in vollem Gange: Stadtplaner Christoph Grollemann gewährt einen Einblick in das Baudenkmal. Es wird zum Bürgerzentrum der Stadt umgebaut. Warum es zu Verzögerungen kam, woran gearbeitet wird und wie die nächsten Schritte aussehen – das ist der aktuelle Stand. Lesen Sie auch: Umbau des Kotzenbergschen Hofs wird deutlich teurer Im Kotzenbergschen Hof in Horn ist noch nichts trittsicher Im Kotzenbergschen Hof in Horn geht der Umbau mit großen Schritten voran Bauarbeiten für Kotzenbergschen Hof in Horn ziehen sich länger hin Stadtplaner Grollemann: „Wir haben die alte Fassade entfernt und vorsichtig abgetragen, um das Gebäude nicht zu beschädigen.“ Bauarbeiter hätten das Mauerwerk erst durch Sandstrahlen freigelegt und jetzt werde neuer Fassadenputz als Schutz aufgetragen. Sandsteinreliefs Bei der Reinigung waren die Arbeiter laut dem Stadtplaner besonders vorsichtig, da man überraschend Kunstwerke am Gebäude entdeckte. „Wir haben Reliefs im Sandstein gefunden“, sagt er. Grollemann: „Die Kunstwerke waren unter dem über Jahrhunderte angesammelten Staub nicht mehr zusehen.“ Während der finalen Züge Arbeit an der Fassade liegt der Fokus der Bauarbeiter auf dem Dachstuhl. Der Dachstuhl Dort sind die Zimmerleute fleißig. Grollemann verspricht, dass nichts einfach rigoros entfernt werde. „Stück für Stück wird der Dachstuhl erneuert.“ Auch alte Balken würden die Handwerker nicht einfach herausreißen, sondern sanieren. Dabei überprüften die Zimmerleute einzelne Balken und nähmen nur den Bereich heraus, der nicht mehr verwendet werden könne. Grollemann zieht einen Vergleich mit dem Spiel Mikado. Das komme dem aktuellen Status des Gebäudes sehr nahe. Überall brächten Handwerker Gurte, Balken, Stahlseile und andere Befestigungen an. So könne man gewährleisten, dass das Baudenkmal nicht zusammenstürze. Vorsichtig, Stück für Stück, werde der Kotzenbergsche Hof denkmalschutzverträglich saniert. An einigen Stellen seien rote Messpunkte angebracht, an denen kontrolliert werde, wie sehr sich das Monument bewege. Weitere Sanierungen Im Gebäude gibt es laut Grollemann noch einiges zu erledigen. Zunächst wird der Ratssaal saniert, der später einmal für diverse Veranstaltungen und Sitzungen genutzt werden kann. Ein paar Meter weiter wird der Aufzug gebaut, der von einem Treppenhaus ummantelt ist. „Das Gebäude wird komplett barrierefrei“, verspricht der Stadtplaner. Dazu sollen Räume für die Bürgerauskunft, der Wartebereich und einzelne Büros entstehen. Dort werden dann die Bürgerinnen und Bürger zu ihren Anliegen beraten. Ins Erdgeschoss, das noch von alten Steinsäulen getragen wird, kommt das integrative Café. Hier wurde ein Relief in der Wand gefunden, welches das Wappen Horn-Bad Meinbergs zeigt. Außerdem werde der Innenhof des Haupteinganges auf die richtigen Höhen angefüllt. Allerdings komme es bei den Betonarbeiten am Haupteingang zu Problemen bei Starkregen. Der sammele sich zwischen den Betonwänden, was die Arbeiten hin und wieder verzögere. Dazu komme der Durchgang zum Marktplatz, der ebenfalls gute eineinhalb Meter aufgeschüttet werden müsse. Zu guter Letzt würden Leitungen verlegt, Dachplatten entfernt und neu gesetzt. Alles im Rahmen Im vergangenen Jahr kam es zu einigen Verzögerungen der Bauarbeiten. Laut Stadt-Pressesprecher Sebastian Vogt wurden beispielsweise historische Bodenfunde entdeckt, die kartiert werden mussten. Schadstoffe wie beispielsweise Asbest mussten gesondert entsorgt werden. Auch der ständige Starkregen verzögere die Erdarbeiten. Trotz der Verlangsamung liege das Projekt im finanziellen und zeitlichen Rahmen: „Dafür haben wir einen Controller, der das ganze Projekt kontrolliert und überwacht.“ Die Aufbereitung des denkmalgeschützten Gebäudes soll bis Ende 2026 fertig sein. Grollemann: „Die größten Unsicherheiten haben wir hinter uns.“ Dennoch betont er, dass es immer zu unvorhergesehenen Ereignissen kommen könne. „Es ist nicht wie bei einem Neubau, der viel weniger Variablen hat“, erklärt der Stadtplaner. Mit dem Kotzenbergschen Hof als Bürgerzentrum erhoffe sich die Stadt, den Marktplatz wieder mehr zu beleben und die Ausstrahlung der Stadt zu verbessern.