Kalletal. Wie steht es um die Finanzen? Mit welchen Einnahmen, aber auch Ausgaben muss die Gemeinde im laufenden Jahr rechnen? Kämmerer Jens Hankemeier hat sich daran gemacht, die Zahlen zusammenzutragen und sie der Politik vorgestellt. „Relativ glimpflich davongekommen" ist Kalletal demnach. Denn: Laut Ergebnisplan geht Hankemeier von einem ausgeglichenen, positiven Haushalt aus. Einnahmen von rund 32 Millionen Euro stehen Ausgaben von etwa 31,3 Millionen Euro entgegen, macht ein Plus von immerhin 700.000 Euro. Die Einnahmen aus Grundsteuern blieben seiner Prognose nach in etwa gleich, die Gewerbesteuer falle hingegen um etwa 400.000 Euro geringer aus als 2020. „Vorsichtig positiv angenommen" sei diese Zahl und hänge entscheidend „von der Entwicklung der Wirtschaft ab", erklärte Hankemeier in seiner Haushaltsrede. Die Schlüsselzuweisungen werden laut Kämmerer um 300.000 Euro geringer ausfallen, die Jugendamtsumlage dafür um 270.000 Euro steigen. Viele unbekannte Faktoren Aber: „Eine belastbare Planung bezüglich erhöhter Kosten ist zum derzeitigen Zeitpunkt schwer möglich", betonte der Kämmerer. Schließlich könne jetzt noch niemand wissen, welche tatsächlichen Aufwendungen auf die Gemeinde durch die Corona-Pandemie zukommen. Als Fragezeichen nannte er etwa die erhöhten Kosten für das Freibad durch Corona (Stichworte: Hygienekonzept und Zugangsbeschränkungen) oder die Bundestagswahl – wie viele Briefwähler werde es geben, wie viele Wahllokale müssten vorgehalten werden? Doch die Gemeinde will auch ihre angestoßenen Projekte in diesem Jahr umsetzen. Dazu gehören unter anderem der Straßenbau im Gewerbegebiet Echternhagen II, die Sanierung der Grundschule Langenholzhausen, die energetische Sanierung der Dreifach-Halle, der Endausbau von Siedlungsstraßen oder auch die Ersatzbeschaffung von Feuerwehrfahrzeugen. Zu guter Letzt: die Gebühren. Die Grundgebühr für einen Wasserzähler bleibt bei 9,34 Euro im Monat, die Verbrauchsgebühr für Wasser steigt von 1,37 Euro (2020) auf 1,43 Euro pro Kubikmeter. Schmutzwasser wird leicht günstiger – 4,55 Euro statt 4,57 Euro pro Kubikmeter, beim Niederschlagswasser geht es von 65 auf 63 Cent pro Kubikmeter. Die Restmülltonne in der 60-Liter-Variante kostet 71,04 im Jahr (2020: 62,64 Euro), die Biotonne in derselben Größe 33,81 Euro statt 35,91 Euro jährlich. Nun geht der Haushaltsentwurf zur Beratung in die Fraktionen. Aus Sicht der Verwaltung wäre es laut Hankemeier wünschenswert, wenn Politik und Verwaltung gemeinsam in den Haushaltsplanberatungen weitere strukturelle Entlastungen finden. Denn der Haushaltplan sei ein „Entwurf mit relativ vielen Unbekannten". Ende März soll der Haushalt dann verabschiedet werden.