Kalletal-Hohenhausen. Wird das Gewerbegebiet Echternhagen II zum Hotspot in Sachen nachhaltiger Mobilität? Neben den Plänen, dort Wasserstoff zu erzeugen, ist ein Ladepark mit Elektroladesäulen für Lkw im Gespräch. Als Standort ist dafür ein Grundstück im 2022 neu erschlossenen Teil vorgesehen. Die 6400 Quadratmeter große Fläche liegt an der Straße Am Kreuzweg zwischen dem Neubau von Dachdecker Dreher und dem Bruchweg. Dort könnten die E-Ladesäulen entstehen, zumal es Nachfrage nach Lademöglichkeiten für E-Lkw gebe, sagt Bürgermeister Mario Hecker der LZ. Für einen solchen Ladepark sei die Gemeinde Kalletal in guten Gesprächen mit einem Investor. Die Fläche ist zugleich vorgesehen für die Erzeugung von grünem Wasserstoff im Projekt „Sektorkopplung“. Für die Erzeugung muss ein Elektrolyseur aufgestellt werden, der Wasser mithilfe von umweltfreundlich erzeugtem Strom aus Wind und Sonne in Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten soll. Der Plan sieht vor, dass der Wasserstoff dann, wie berichtet, im Kreis Herford zum Bus-Antrieb genutzt wird. Auch für die Aufstellung des Elektrolyseurs laufen nach Heckers Angaben Gespräche. Die Gemeinde sei dabei, die erforderliche Bauleitplanung dafür vorzubereiten, damit an der Stelle Wasserstoff produziert werden kann. In einer Sitzung des Kalletaler Klima-Ausschusses hieß es im Jahr 2024, dass in Echternhagen die Aufstellung eines Elektrolyseurs mit einer Leistung von bis zu zehn Megawatt möglich sei. Dies sei ausreichend. Die bei der Produktion entstehende Abwärme könnte in ein kleines Nahwärmenetz für die nahe Siedlung rund um die Straße Im Neuen Land genutzt werden, so Hecker. Brunnen für den Wasserstoff? Um Wasserstoff zu erzeugen, ist Wasser in großen Mengen notwendig. Auch hierzu gibt es Überlegungen – im Zusammenhang mit der Übernahme des Wasserbeschaffungsverbands (WBV) Hohenhausen durch die Gemeinde Kalletal. „Wenn wir den WBV übernehmen, übernehmen wir auch dessen Brunnen Öfingstal“, sagt der Bürgermeister. Doch dieser Brunnen hat, wie berichtet, ein Problem: zu hohe Sulfatwerte. Bei Messungen im Jahr 2025 wurde der Grenzwert fast durchgängig gerissen. Damit das Öfingstal-Wasser auf Dauer ins Trinkwassernetz eingespeist werden kann, müsste es mit weniger belastetem Wasser, etwa vom Wasserverband Kalldorfer Sattel gemischt werden. Dafür bräuchte es eine Verbundleitung. Anderes Szenario: Das Wasser vom Öfingstal wird zur Wasserstoffherstellung in Echternhagen genutzt, und die für Hohenhausen notwendige Wassermenge wird ebenfalls vom Kalldorfer Sattel geliefert. Dafür müssten zwei parallel verlaufende Leitungen verlegt werden, skizziert Hecker die Überlegungen. Viel konkreter ist die Entwicklung im Gewerbegebiet Echternhagen II, das vor drei Jahren erschlossen wurde. Seitdem sei am Kreuzweg fast alles verkauft, sagt Hecker. Die Firma Hepu/IPD, Spezialist für Wasserpumpen in Kraftfahrzeugen, hat den ganzen inneren Ring übernommen. Hepu/IPD hat bereits angebaut und sich weitere Entwicklungsflächen gesichert. Neu gebaut hat ebenfalls die Firma Kaul Fördertechnik aus Erder, die in Echternhagen ein Produktionsgebäude errichtet hat. Kaul stellt unter anderem Rollenförderbänder her. Außerdem entsteht derzeit eine Halle für den Dachdeckerbetrieb Dreher. Neu gebaut hat ebenfalls die Firma Kanalis (früher Kuhfuß). Zu guter Letzt soll noch etwas in Sachen Mobilität entstehen – auf einem Grundstück, auf dem sich einmal eine Spedition ansiedeln wollte: Fürs kommende Jahr ist dort der Bau eines Garagenparks mit 30 Einheiten geplant.