Kreis verschärft Maßnahmen: Gottesdienstverbot in Augustdorf

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Kreishaus (© Archiv:Vera Gerstendorf-Welle)

Kreis Lippe. Der Kreis Lippe verschärft seine Bestimmungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie und geht damit noch einmal über die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung NRW hinaus. Das gibt der Kreis am Freitagnachmittag in einer Pressemitteilung  bekannt. „Da sich unsere Inzidenzzahl weiter auf einem Niveau deutlich über 200 bewegt, müssen wir die Kontaktmöglichkeiten weiter einschränken, um die Menschen in Lippe besser zu schützen", wird Landrat Dr. Axel Lehmann zitiert. In Lippe treten deshalb am Samstag, 19. Dezember, drei neue Allgemeinverfügungen in Kraft.

Gottesdienstverbot in Augustdorf

Eine der drei Allgemeinverfügungen bezieht sich ausschließlich auf die Gemeinde Augustdorf, wo der Inzidenzwert mittlerweile mehr als doppelt so hoch ist wie im gesamten Kreisgebiet sei. Um dort Ansammlungen und damit ein höheres Infektionsrisiko zu verhindern, untersagt der Kreis Lippe Präsenzgottesdienste in der Sennegemeinde. Außerdem werden die Kontakte im privaten Raum deutlich eingeschränkt – auch über die Feiertage. So können Augustdorfer privat nur mit Personen aus einem weiteren festen Haushalt zusammenkommen und dürfen dabei die Gesamtzahl von fünf Personen nicht überschreiten.

Kontaktbeschränkungen für Horn-Bad Meinberg und Lage

In der zweiten Allgemeinverfügung legt der Kreis laut Pressemitteilung für Kommunen mit einer Inzidenz über 350 ebenfalls Kontaktbeschränkungen für den privaten Raum fest. Betroffen wären davon – Stand Freitag – Horn-Bad Meinberg und Lage. Auch dort dürfen maximal fünf Personen aus zwei Haushalten privat zusammentreffen. Allerdings muss es sich hierbei nicht um einen festen, gleichbleibenden Haushalt handeln.

Die aus der Vorgänger-Verfügung bekannten weiteren Schutzmaßnahmen bleiben im Wesentlichen für ganz Lippe bestehen: Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum auf zwei Personen, Regelungen für Veranstaltungen von Glaubensgemeinschaften und Schulen, das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit und die nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 6 Uhr.

Kreis rät: Glaubensgemeinschaften sollen verzichten

Darüber hinaus wird sich der Landrat mit einer dringenden Empfehlung an alle Glaubensgemeinschaften in Lippe wenden, auf Präsenzveranstaltungen in den nächsten Wochen zu verzichten. „Auch hier gilt es, größere Menschenansammlungen zu vermeiden und Infektionsrisiken zu verringern. Online-Gottesdienste sind in dieser schwierigen Zeit aus meiner Sicht eine gute Alternative für die Gläubigen", erläutert Lehmann. Ein grundsätzliches Gottesdienstverbot in ganz Lippe lehnt der Landrat ab. „Die ganz große Mehrzahl aller Gemeinden hält sich ans Regelwerk. Und die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden melden aus ihren Kontrollen heraus keine besonderen Verstöße. Insofern wäre ein flächendeckendes Verbot nicht sinnvoll. Mehr noch, ein solches Verbot würde vor Gericht keinen Bestand haben.

In Augustdorf stellt sich die Sachlage noch einmal anders dar, weil die Inzidenzwerte so deutlich über dem Rest Lippes liegen und damit weitergehende Maßnahmen rechtfertigen", so Lehmann.

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