Lemgo. Der versuchte Brandanschlag eines Paares auf das Lemgoer Jugendamt hatte vergangenen August großes Aufsehen erregt. Jetzt müssen sich der 35-Jährige und seine 32-jährige Frau wegen Körperverletzung und versuchter Brandstiftung vor dem Landgericht verantworten. Die Vorwürfe wiegen schwer. Aus Frust über die Inobhutnahme ihrer Kinder soll das Paar im Jugendamt randaliert und Mitarbeitende mit dem Tod bedroht haben.
Laut Landgerichtssprecher Wolfram Wormuth habe das Paar unter anderem Rechner durch das Gebäude geworfen und versucht, die Räume mittels Brandbeschleuniger anzustecken. „Eine Mitarbeiterin ist sogar geschlagen worden", sagt Wolfram Wormuth. Nur weil ein Jugendamtsmitarbeiter einschritt, sei es dem Paar nicht gelungen, das verteilte Benzin tatsächlich in Brand zu stecken. Als das Paar realisiert habe, das aus ihrem ursprünglichen Tatplan nichts wird, hätten sie versucht, vor dem Haupteingang des Jugendamts gelegte Decken und Textilien in Brand zustecken. „Auch dieses Vorhaben konnte letztendlich verhindert werden", sagt Wormuth.
Beide Angeklagten, die in Lemgo leben, sitzen seitdem in Untersuchungshaft. „Es war eine Verzweiflungstat, mit der sie sich Gehör verschaffen wollten – natürlich mit den falschen Mitteln", sagt Verteidiger Johannes Salmen, der bisher den Mann vertritt. Das Paar hätte sich von der Behörde nicht ernst genommen gefühlt.
Der Prozess beginnt am Montag, 15. Februar, um 9 Uhr.