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Kreis Lippe

Vier lippische Kitas probieren den Lolli-Test

Kreis Lippe. Auch jüngere Kinder können sich mit Covid anstecken und das Coronavirus weitertragen. Doch die Schnelltests mittels Nasenabstrich sind nicht kinderfreundlich. In Lippe geht jetzt ein Modell-Projekt an den Start, bei dem die Kinder nicht mittels eines Nasenabstrichs getestet werden, sondern mit der sogenannten Lolli-Methode, die künftig auch in Grund- und Förderschulen in NRW zum Einsatz kommen soll.

„Wir würden sehr begrüßen, wenn diese einfache und sichere Testmethode in allen Kitas eingesetzt würde. Da das Land sich explizit dagegen ausgesprochen hat, werden wir in Lippe nun in Eigenregie und auf eigene Kosten den Einsatz der Lolli-Testungen erproben", stellt Landrat Dr. Axel Lehmann in einer Pressemitteilung fest.

Vier Modell-Kitas des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter in Augustdorf, Detmold, Blomberg und Schlangen setzen voraussichtlich ab dem 10. Mai zunächst bis zu den Sommerferien den Lolli-Test bei ihren Kita-Kindern ein. „Die Kinder nehmen bei der Lolli-Methode freiwillig auf spielerische Art und Weise am Test teil. Die Testung erfolgt in ihrer jeweiligen Gruppe und wenn ein Kind nicht mitmachen möchte, kann es natürlich trotzdem weiter die Kita besuchen", erläutert Matthias Schröder, Mitglied im Regionalvorstand der Johanniter Lippe-Höxter.

Erneuter Test nach positivem Befund

Die Lolli-Methode wurde vom Institut für Virologie der Uniklinik Köln entwickelt. Die Kinder lutschen an einem Tupfer – daher die Bezeichnung „Lolli". Die Tupfer werden gesammelt an das Labor Krone geschickt und dort im Pool mittels PCR-Test untersucht. Ist das Ergebnis negativ, wurde bei keinem Kind der Gruppe das Coronavirus nachgewiesen. Bei einem positiven Befund ist mindestens ein Kind infiziert und eine erneute Testung nach der Lolli-Methode ist erforderlich.

Im Vorfeld wurden alle Eltern der vier Einrichtungen über die Testmethode informiert, eine Einverständniserklärung ist Grundvoraussetzung zur Teilnahme. Bis zu den Sommerferien werden die Testergebnisse, die Erfahrungswerte im Umgang mit dem Test und vor allem das Verhalten der Kinder dokumentiert. Um einen Vergleich zu schaffen, werden in vier weiteren Kitas der beiden Träger, in denen die Kinder mit der herkömmlichen Testmethode getestet werden, die gleichen Daten erhoben.

Die Kosten für Material und Beprobung der rund 700 Lolli-Tests pro Woche bis zu den Sommerferien belaufen sich auf rund 40.000 bis 50.000 Euro.

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