Förderung für Kreis-Projekt "Wasser im Fluss" gesichert

veröffentlicht

  • 0
Wasser im Fluss - Herrengraben: Über 500 Maßnahmen haben die Projektbeteiligten durchgeführt. 2020 beseitigte ein neu angelegter Gewässerverlauf etwa den Wasserstau zwischen der Weser und dem Herrengraben (Kalletal). - © Kreis Lippe
Wasser im Fluss - Herrengraben: Über 500 Maßnahmen haben die Projektbeteiligten durchgeführt. 2020 beseitigte ein neu angelegter Gewässerverlauf etwa den Wasserstau zwischen der Weser und dem Herrengraben (Kalletal). (© Kreis Lippe)

Kreis Lippe. Das Beschäftigungsprojekt „Wasser im Fluss“ kann auch im kommenden Jahr fortgeführt werden. Möglich macht das ein nun überreichter Förderbescheid des Landes NRW über 700.000 Euro.

„Besonders freue ich mich über die hervorragende Zusammenarbeit der vielen lippischen Beteiligten und das jahrelange Engagement für Umwelt und Beschäftigung, das darin zum Ausdruck kommt“, sagte Lutz Kunz, Abteilungsleiter für Umwelt und Arbeitsschutz bei der Bezirksregierung Detmold, bei der Übergabe des Förderbescheides. „Den Menschen hier ist der gute Zustand der Gewässer ein echtes Anliegen.“ Das Land Nordrhein-Westfalen unterstütze daher gern diesen Einsatz für die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

Wasser im Fluss: Lutz Kunz(l.) überreicht Kreis-Kämmerer Rainer Grabbe (r.) einen Förderbescheid über 700.000 Euro. Damit kann das Projekt „Wasser im Fluss“ auch im kommenden Jahr fortgeführt werden. - © Kreis Lippe
Wasser im Fluss: Lutz Kunz(l.) überreicht Kreis-Kämmerer Rainer Grabbe (r.) einen Förderbescheid über 700.000 Euro. Damit kann das Projekt „Wasser im Fluss“ auch im kommenden Jahr fortgeführt werden. (© Kreis Lippe)

Vorschläge liegen vor

Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Kreis Lippe, den 16 Städten und Gemeinden im Kreis Lippe und der Arbeitsgemeinschaft Arbeit gGmbH (AGA). Seit Bestehen haben die Beteiligten 522 Maßnahmen in und an den lippischen Gewässern für einen besseren ökologischen Zustand erfolgreich umgesetzt. Für weitere 113 Maßnahmen liegen umsetzungsreife Maßnahmenvorschläge vor.

So wird 2022 beispielsweise in Billerbeck die Napte umgestaltet. Als Ergebnis soll eine naturnahe Gewässer- und Aue-struktur entstehen. Die Umgestaltungslänge beträgt rund 300 Meter. Auch in Kohlstädt an der Strothe ist ein Eingriff auf rund 60 Metern vorgesehen: Das Gewässer wird abgeflacht und es wird Kiessubstrat als Laichhilfe für Fische eingebracht. „Die naturnahe Gewässerentwicklung ist ein Bestandteil der Biodiversitätsstrategie des Kreises. Wie nachhaltig und bemerkenswert die Ergebnisse des Projektes sind, zeigt sich auch daran, das wir offiziell den Titel ,Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt‘ für die Jahre 2019 und 2020 verliehen bekommen haben“, betont Rüdiger Kuhlemann, Leiter der Unteren Wasserbehörde beim Kreis.

12,4 Millionen im Projekt

Das Beschäftigungsprojekt unterstützt zudem benachteiligte Menschen, damit diese wieder Fuß auf dem ersten Arbeitsmarkt fassen können. Für die Umsetzung der Maßnahmen steht neben fachlichem Anleitungs- auch sozialpädagogisches Betreuungspersonal zur Verfügung. Die Teilnahme erhöhe die Vermittlungschancen deutlich, weil sie die Mitarbeiter weiter qualifiziere. Derzeit stellt die AGA 15 Teilnehmerplätze für Mitarbeiter zur Verfügung, die in enger Abstimmung mit und durch das Jobcenter Lippe besetzt werden.

Zwei Projektkoordinatoren kümmern sich um die planerische Ausarbeitung der Einzelmaßnahmen, zwei Anleiter um die Umsetzung vor Ort. Über die Jahre waren laut Mitteilung rund 650 Menschen, teilweise auch mehrfach, im Projekt eingesetzt, 15 Prozent fanden so den Weg in Arbeitsverhältnisse auf dem ersten Arbeitsmarkt.

„Wasser im Fluss“ läuft seit 2004. Rund 12,4 Millionen Euro sind bisher direkt in das Projekt eingeflossen. Dabei haben die beteiligten Kommunen rund 2,5 Millionen Euro Eigenanteil beigesteuert, das Land hat die übrigen 80 Prozent übernommen. Für die Arbeitsvermittlung der Mitarbeiter hat das Jobcenter zudem 1,8 Millionen Euro bereitgestellt.

www.wasser-im-fluss.de

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2022
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare