Kreis Lippe/Detmold. Die Lippische Landeskirche steht vor einem überraschenden Wechsel an der Spitze: Nach zwölf Jahren im Amt des Landessuperintendenten wird Dietmar Arends sich auf der Tagung der Lippischen Landessynode am 24. und 25. November aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Noch Anfang August hatte Arends seine Bereitschaft erklärt, bis zum Eintritt in den Ruhestand Ende 2029 weiter im Amt zu bleiben. Nun endet seine Amtszeit am 1. März kommenden Jahres. Doch in den vergangenen Monaten habe sich die Situation geändert, Arends zieht seine Kandidatur zurück. „Gerne hätte ich die Landeskirche weiter in ihrem Zukunftsprozess begleitet“, erklärt er. „Gemeinsam haben wir schon viel erreicht auf dem Weg zu einer Kirche, die auch in Zukunft Menschen mit ihrer Seelsorge, ihren Gottesdiensten und vielfältigen Themen und Angeboten anspricht und für sie da ist.“ „Enorme Impulse“ Anfang Oktober hatte die Lippische Landeskirche in Lemgo den Abschluss ihrer „Erprobungsräume“ gefeiert, eines der zentralen Themen in Arends’ Amtszeit. Diese Erprobungsräume hätten „enorme Impulse“ gegeben, hatte Arends gelobt. Er wisse, dass es Menschen und Gremien in der Kirche gebe, die die Prozesse kompetent weiterführten. Leider sehe er sich aber gesundheitlich nicht in der Lage, den Anforderungen des Amtes noch weitere vier Jahre gerecht werden zu können, erklärt der 62-Jährige. „Und ich glaube, dass Gottes guter Geist sie auf diesem Weg weiter begleiten wird.“ Arends war im November 2013 von der Synode zum Nachfolger Martin Dutzmanns gewählt worden, der gebürtige Bad Godesberger stand zuvor an der Spitze der Norddeutschen Mission. Das „sich auf den Weg machen“ war im Mai 2014 beim Gottesdienst zu Arends’ Amtseinführung schon Thema gewesen, damals hatte der seinerzeitige Präses der Synode, Michael Stadermann, Arends versprochen, dass „die kleine Kirche mit großer Besonderheit“ sich gemeinsam und gegenseitig helfend mit ihm auf den Weg machen wolle. Arends hatte damals dafür plädiert, sich dem Kampf gegen ungerechte Strukturen zu widmen. Ein wichtiger Auftrag der Kirche sei es, sich für Flüchtlinge, Menschen in Armut und eine gerechtere Welt einzusetzen. Auch diesem Vorsatz folgend, war der Einsatz für Geflüchtete aus aller Welt über die Jahre ein Schwerpunkt der Arbeit des Landessuperintendenten. „Die Nachricht über die gesundheitliche Situation und der daraus folgende Rückzug der Kandidatur von Dietmar Arends hat mich betroffen gemacht“, wird Michael Keil, aktueller Präses der Lippischen Landessynode, in einer Pressemitteilung zitiert. „Wir hatten eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ich hätte sehr gerne weiter mit ihm an der Spitze den Zukunftsprozess vorangebracht. Dietmar Arends hat sich mit ganzer Kraft in den Dienst der Lippischen Landeskirche gestellt. Dafür danken wir ihm von Herzen.“ Zwei Ämter zu besetzen Für die Landessynode bedeutet dies nun, dass sie am 24. und 25. November über das Verfahren zur Neubesetzung von zwei Ämtern in der Kirchenleitung entscheiden muss: das Amt des Landessuperintendenten und auch das des Theologischen Kirchenrates. Denn der amtierende Theologischen Kirchenrat Thomas Warnke wird zum 1. Januar Nachfolger von Susanne Eerenstein in der Leitung des Evangelischen Beratungszentrums der Lippischen Landeskirche.