Sechs virtuose Gastspiele in Detmold

Barbara Luetgebrune

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Gastieren Ende Januar im Detmolder Konzerthaus: die Streicher des Arditti Quartet mit Irvine Arditti (Zweiter von links) sowie (von links) Ashot Sarkissjan, Ralf Ehlers und Lucas Fels. - © Lukas Beck
Gastieren Ende Januar im Detmolder Konzerthaus: die Streicher des Arditti Quartet mit Irvine Arditti (Zweiter von links) sowie (von links) Ashot Sarkissjan, Ralf Ehlers und Lucas Fels. (© Lukas Beck)

Detmold. Soeben ist mit einem gefeierten Auftritt der japanischen Geigerin Midori im Konzerthaus der Detmolder Hochschule für Musik die Meisterkonzert-Saison 2017/18 zu Ende gegangen. „Eine sehr starke Saison mit tollen Konzerten, die allesamt sehr gut besucht waren", bilanziert Jelka Lüders, Leiterin der Hochschulabteilung Konzerte und Kommunikation. Und so soll’s weiter gehen: Das Programm für die neue Spielzeit liegt vor.

Sie sei immer wieder überrascht, wie etabliert die Meisterkonzert-Reihe mittlerweile bei den Künstlern ist – fast alle, die innerhalb dieses Formates in Detmold zu Gast seien, seien international renommiert. Das gelte auch für die neue Saison, in deren Konzerten zum einen das klassische und romantische Kern-Repertoire bedient werde, das aber auch einen Schwerpunkt auf die Neue Musik setze. „Das Programm bietet viele Entdeckungen", sagt Jelka Lüders.

Information

Abos und Einzeltickets


Abos für die Meisterkonzert-Reihe kosten 100, 125 oder 150 Euro, Hochschulangehörige und Schüler zahlen jeweils die Hälfte. Einzelkarten gibt es zu 22, 27 oder 32 Euro, auch hier gelten die Ermäßigungen für Hochschulangehörige und Schüler. Der Abo-Verkauf startet am morgigen Samstag, 7. Juli, im Haus der Musik. Einzelkarten gibt’s dort ab dem 15. September. Jelka Lüders: „Jetzt besteht die Chance, ein gutes Abo abzuschließen. Wenn der Einzelkartenverkauf beginnt, sind die begehrten Plätze schnell weg."

Mit einer solchen Entdeckung, zumindest für die deutschen Musikfreunde, beginnt die Reihe im Oktober. Zu Gast sind dann der französische Cellist Jérôme Pernoo und sein Klavierpartner Jérôme Ducros. „Das war eine dringende Empfehlung unserer Cello-Professoren. Die beiden Musiker sind in Frankreich sehr viel gemeinsam unterwegs – hierzulande aber noch nicht so bekannt", sagt Jelka Lüders. Sie bringen in Detmold Werke von Debussy und Brahms zu Gehör, außerdem eine Komposition von Jérôme Ducros selbst.

Den obligatorischen Klavierabend in der Meisterkonzert-Reihe gestaltet im Dezember Marc-André Hamelin, „der in Boston lebt und in der ganzen Welt zu Hause ist", sagt Jelka Lüders. 77 CDs habe er eingespielt und 18 Mal den Preis der Deutschen Schallplattenkritik gewonnen. „Er widmet sich der Wiederentdeckung von in Vergessenheit geratenen Werken aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Zwei davon bringt er auch mit nach Detmold.", so Jelka Lüders. So spielt Hamelin Werke von Charles Trenet und Alexis Weissenberg sowie Mario Castelnuovo-Tedesco ebenso wie Kompositionen von Bach, Schumann und Chopin.
Die Streichquartett-Position im Rahmen der Reihe nimmt diesmal das Aditti Quartet ein, das weltweit einen herausragenden Ruf genießt. „Das Ensemble spielt nur zeitgenössische Werke", sagt Jelka Lüders – und verspricht „ganz saftige, spannende Musik". Geplant ist, dass die Musiker mit der Wellenfeldsynthese im Konzerthaus arbeiten.

Im April ist „the best trumpet player in the galaxy" zu Gast in Detmold. Das hat die New York Times über Håkan Hardenberger geschrieben. Das Repertoire für Trompete sei ja ein ganz spezielles – es höre praktisch bei Haydn auf und fange in der Moderne wieder an. So bringen auch der Trompeter und sein Klavierpartner Roland Pöntinen viele zeitgenössische Werke mit. Er sei gerade auf dem Zenit seines Könnens, sagt Jelka Lüders, „er reizt alles aus, was ein Håkan Hardenberger auf der Trompete kann. Das sollte man sich keinesfalls entgehen lassen."
Der fünfte Auftritt im Mai ist ein Nachholkonzert: Zu Gast ist Sopranistin Christiane Karg, die ihr Konzert in der vergangenen Saison kurzfristig absagen musste. Mit dabei sind Justus Zeyen (Klavier) – und: Thomas Quasthoff. Unter dem Titel „Belles Amours" bieten sie Lieder von Claude Arrieu und Francis Poulenc sowie Texte von Louise de Vilmorin zum Thema Liebe und Erotik.

Echte Spezialisten für Alte Musik kommen mit der achtköpfigen Formation Il Giardino Armonico im Juli nach Detmold. Das Barockensemble zeichnet in seinem Konzert die Entwicklung der venezianischen Bassano-Familie nach – Virutosen und Instrumentenbauer, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts die italienische Improvisationskunst nach England brachten.

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