Lemgo-Brake. Das Familienzentrum Brake hat allen Grund zur Freude: Nach der Zertifizierung 2016/17 hat es auch mit der Rezertifizierung 2020/21 geklappt. Und das obwohl ein Großteil der Angebote wegen der anhaltenden Corona-Pandemie nur online stattfinden konnte, wie Leiterin Gerlinde Schmidt in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses erzählt. Die Rezertifizierung hat aber nicht nur symbolischen Wert. Mit ihr sind auch jährlich Gelder in Höhe von 20.000 Euro verbunden, mit denen unter anderem die bedarfsgerechten Angebote und Kurse finanziert werden. Die gibt es allerdings nur, wenn die Einrichtung bestimmte Vorgaben erfüllt. „Ziel von Familienzentren ist es, Eltern bei der Förderung ihrer Kinder umfassend zu unterstützen und ihre unterschiedlichen Lebenslagen und Bedarfe zu berücksichtigen", erklärt Gerlinde Schmidt. „Wir müssen aktiv mit Kooperationspartnern familienunterstützende Angebote schaffen, bündeln und vernetzen und eine entsprechende Angebotspalette vorhalten." Wichtig für die Zertifizierung seien auch bedarfsgerechte Öffnungszeiten und Angebote für die ganze Familie. Diese sollen außerdem für Eltern und Kinder aus dem ganzen Sozialraum offen gehalten werden. „Wobei der Sozialraum weniger lokal als gesellschaftlich zu definieren ist", erläutert Schmidt. Pilotprojekt 2006 Bildungsangebote gibt es in Brake reichlich. Von Familien- und Erziehungsberatungen über Elternabende, zum Beispiel zu den Themen „Fit für die Schule", „Medienkompetenz" oder „Sprachförderung im Familienalltag" bis hin zu thematischen Elterncafés. Dabei werden unter anderem Themen wie gesunde Ernährung und Zahnprophylaxe oder Kinderbücher besprochen. Auch für Familien mit Unterstützungsbedarf gibt es Beratung und Austausch. Außerdem sind die Mitarbeiter bei der Vermittlung von Tagespflege-, Babysitter- oder Notfallbetreuungsplätzen behilflich. Es gibt eine Eltern-Baby-Gruppe, Spielgruppen für Kinder unter zwei Jahren, Eltern-Kind-Bewegungsangebote und eine Mütter-Sport-Gruppe. Bei einigen der Angebote wird das Familienzentrum von Honorarkräften unterstützt. „Das Konzept Familienzentrum ist 2006 als NRW-weites Pilotprojekt gestartet", erklärt Gerlinde Schmidt. Sie selbst ist seit 2016 bei der Stadt angestellt und hofft, dass bald auch wieder mehr Angebote in Präsenz möglich sind. Denn davon lebe die Einrichtung. Umso mehr freue sie sich, dass es trotzdem mit der Rezertifizierung geklappt hat. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses lädt Schmidt ein, sich irgendwann selbst einmal ein Bild vom Familienzentrum zu machen.