Grüne Lemgo: Klimaschutz braucht mehr Gewicht in der Bauplanung

Anja Imig

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Die Grünen fordern, bei der Bauplanung mehr Gewicht auf den Klimaschutz zu legen. - © Pixabay
Die Grünen fordern, bei der Bauplanung mehr Gewicht auf den Klimaschutz zu legen. (© Pixabay)

Lemgo. Der Stadtentwicklungsausschuss hat für den Ausbau des Pöstenwegs beschlossen, dass der Großteil der Waldfläche gerodet werden soll. Die Grünen hatten mehr Walderhalt gefordert und den aktuellen Beschluss daher abgelehnt.

Zum Beschluss der Bauleitplanung für den Pöstenweg kommentiert Fraktionsvorsitzender Dr. Burkhard Pohl für die Grüne Fraktion: „Auf der Planung liegt kein Segen. In der Abwägung traten etliche Bedenken zutage und legten Probleme im Vorfeld offen. Als Konsequenz müsste die aktuelle Planung neu überdacht werden. Dazu war die Mehrheit im Ausschuss leider nicht bereit.

"Auf der Planung liegt kein Segen"

Beim vorhandenen Waldstück bestehen in der Abwägung ,erhebliche Bedenken' des Naturschutzes und der Landschaftspflege durch die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Lippe. Diese Bedenken sind aus unserer Sicht nicht ausgeräumt. Mit Rodung der als Wald eingestuften Fläche entfällt im inneren Bereich des Baugebietes die wichtige Funktion der Kühlung durch Verschattung und Verdunstung durch den Altbestand der großen Bäume. Eine Ersatzpflanzung junger Bäume auf Grünland am Stadtwald wird diese ökologischen Funktionen nicht zeitnah kompensieren können, da das Mikroklima im Pöstenweges nachhaltig gestört sein wird. Durch die zahlreichen Bauplätze reduziert sich der Rückzugsbereich wildlebender Tiere, es wird mehr Fläche versiegelt. So torpedieren wir unsere eigene Klimaschutz- und Klimafolgenplanung. Sowohl die Kanal- als auch Verkehrserschließung sind prekär."

Klimawandel erfordert ein Umdenken

Nils Donat, Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss, ergänzt: „Die Siedlungsstruktur mit Einfamilien- bzw. Doppelhäusern mit je zwei Stellplätzen im Carport plus weiteren zwei davor ist die Fortführung der Wohnungsbaupolitik des letzten Jahrhunderts. So entsteht hochpreisiges Bauen für wenige Menschen. Gerade im innerstädtischen Bereich trägt eine dichtere Bebauung mit weniger Erschließungsstraßen und Versiegelung der Verantwortung zum ressourcenschonenden Bauen bei. Wir Grünen haben bereits Reihenhausbau vorgeschlagen, wenn es denn zur Bebauung kommen soll. Grundsätzlich muss die Stadt zu einer zeitgemäßen Wohnungsbauentwicklung kommen, um die bestehende Wohnraumnachfrage in Lemgo mit den Klimaschutzzielen nachhaltig zu vereinbaren."

Pohl zieht für die Grüne Fraktion folgendes Fazit: „Der dramatische Klimawandel zwingt uns auch bei der Bauplanung zum Umdenken. Lemgo ist Stadt der Biologischen Vielfalt – dieses Versprechen wird in der Stadtentwicklung zu wenig beherzigt. Wir Grünen fordern, dass die Stadt Lemgo die Herausforderung von Klimaschutz und Ressourcenverbrauch ernster nimmt. Deshalb müssen wir das bisherige Wohnungsbaukonzept der Stadt Lemgo dringend aktualisieren und genau schauen, wo Bauen tatsächlich verantwortbar ist – und wo wir das Stadtgrün erhalten und ausbauen."

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