St. Nicolai Lemgo bietet Konzert zu Ehren des jüdischen Lebens in Deutschland

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Prof. Matitjahu Kellig, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, Superintendent Dr. Andreas Lange, Jörg Düning-Gast, Verbandsvorsteher des Landesverbandes Lippe, Kirchenmusikdirektor Johannes Vetter und Joachim von Haebler, Leiter des Bläserensembles Zion. - © Landesverband Lippe
Prof. Matitjahu Kellig, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, Superintendent Dr. Andreas Lange, Jörg Düning-Gast, Verbandsvorsteher des Landesverbandes Lippe, Kirchenmusikdirektor Johannes Vetter und Joachim von Haebler, Leiter des Bläserensembles Zion. (© Landesverband Lippe)

Lemgo. Musik schafft es, Brücken zu bauen, vermeintliche Widersprüche aufzulösen und die gesellschaftliche Vielfalt darzustellen. Überzeugen kann sich das Publikum davon bei einem Konzert am Freitag, 23. September, in der Kirche St. Nicolai in Lemgo.

Ab 19.30 Uhr kann sich das Publikum laut einer Pressemitteilung auf Heinrich Schalits „Freitagabendliturgie“ für Sologesang, gemischten Chor und Orgel freuen. Das Konzert findet zu Ehren von „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ statt und ist Teil der Veranstaltungsreihe „Staunen, Lernen, Trauern“ des Landesverbandes Lippe.

Haltungen spiegeln sich in der Musik

„Innerhalb der jüdischen Religion gibt es verschiedene Strömungen – von ultraorthodox bis reformiert“, wird Prof. Matitjahu Kellig, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, zitiert. Diese sich teilweise widersprechenden Haltungen spiegele sich auch in der Musik wider. Dementsprechend haben sich die Programmmacher Johannes Vetter und Joachim von Haebler unterschiedliche Komponisten für den Konzertabend ausgesucht, heißt es.

Im Zentrum des Abends stehe die „Freitagabendliturgie“, deren Uraufführung vor nahezu 90 Jahren, am Freitagabend des 16. September 1932, in der Berliner Synagoge Lützow-Straße stattgefunden habe.

Komponist formuliert Identität

Der Komponist Heinrich Schalit gehörte zu der Generation jüdischer Menschen in Deutschland, die die eigene Identität auch musikalisch formulieren wollte. Sein Hauptwerk hat den Menschen auch heute noch viel zu sagen. Schalit emigrierte kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Der Kirchenmusikdirektor Johannes Vetter hat das Werk im Frühjahr 2017 in Jerusalem aufgeführt und somit einen ganz besonderen Bezug zu dieser Musik. Tenor des Abends ist Lorin Wey. An der Orgel ist der Berliner Domkantor Adrian Büttemeier zu erleben.

Die Veranstalter versprechen einen Konzertabend, der den jüdischen Traditionsreichtum in seiner ganzen Bandbreite erlebbar mache.

Tickets für den Abend gibt es online unter https://tickets.nicolai-lemgo.de/ycncq/

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