Neue Bauplätze für Leopoldshöhe

Birgit Guhlke

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Noch endet hier der Weg. Wenn auf den Flächen hinter dem Gebäude weitere Wohnhäuser entstehen, wird das Gebiet an der Bachstraße hier erschlossen, die Straße weitergebaut. Foto: Karin Prignitz - © Karin Prignitz
Noch endet hier der Weg. Wenn auf den Flächen hinter dem Gebäude weitere Wohnhäuser entstehen, wird das Gebiet an der Bachstraße hier erschlossen, die Straße weitergebaut. Foto: Karin Prignitz (© Karin Prignitz)

Leopoldshöhe. Um verschiedene Baugebiete ist es während der jüngsten Sitzung des Hochbau- und Planungsausschusses gegangen – und damit um die Möglichkeit, in der Gemeinde neuen Wohnraum zu schaffen. Das war nicht in allen Fällen eine ausgemachte Sache und führte zu Diskussionen und Applaus aus dem Zuschauerbereich.In diesem Fall hat ein Anwohner den Antrag gestellt, einen Teil seines Grundstücks dem Bereich zuschlagen zu dürfen, in dem es möglich ist, Wohngebäude zu errichten.

Grundsätzlich gibt es an der Straße „Im Gresterfeld" die Möglichkeit, sogenannte Baulücken zu schließen, das erlaubt die dort gültige Außenbereichssatzung. Allerdings gilt das nicht für das Flurstück, für das der Eigentümer nun den Antrag gestellt hat. Und das wird sich auch nicht ändern. Denn die Kommunalpolitiker folgten dem Vorschlag der Verwaltung, den Antrag abzulehnen. Baulücken zu schließen, sei zwar erklärtes Ziel, die Ausdehnung in den unbebauten Außenbereich (Landschaftsschutzgebiet), wie in diesem Fall, aber nicht. Die Außenbereichssatzung spielte auch bei dem nächsten Fall eine Rolle. An der Friedenstraße in Bexterhagen geht es um die Umwandlung des derzeitigen Gewerbegebietes in ein Mischgebiet, so dass dort auch regulär Wohnen möglich sein könnte.

Andreas Brinkmann (SPD) hatte ins Spiel gebracht, den zwei Hektar großen Bereich bis zum Alten Postweg auszudehnen. Das sei eine gute Möglichkeit, mehr für Bexterhagen zu erreichen, einen Ortsteil, der seiner Einschätzung nach etwas abgehängt sei. Und er verstehe sich nun einmal als die „Stimme der ländlichen Ortsteile". Ein Hinweis, den Axel Meckelmann (CDU) mit der Bemerkung „Wahlkampf" quittierte und „Anträge werden hier im Rat gestellt und entschieden". Außerdem solle die Politik mitbestimmen, „welches Gewerbe dort entsteht". Die CDU-Fraktion favorisiere die kleinere, auf zwei Hektar begrenzte Lösung – das brachte Meckelmann Applaus von den Zuschauerstühlen ein.Brinkmann konterte, dass er nicht „über die Köpfe der Bürger hinweg entscheiden wolle", und mit einer Veränderungssperre lasse sich doch immer Einfluss darauf nehmen, welche Gewerbetreibende sich ansiedeln dürften.

Große Lösung noch nicht ad acta gelegt

Fachbereichsleiter Dirk Puchert-Blöbaum hatte auf den Vorschlag hin bei der Bezirksregierung prüfen lassen, ob diese große Lösung überhaupt möglich sei. Und wie im Falle Gresterfeld lautete die Antwort: Nein. Aus dem gleichen Grund. Jürgen Hachmeister (Grüne) hatte für seine Fraktion die Idee ins Spiel gebracht, ob es möglich sei, dass die Leopoldshöher Immobilien- und Liegenschaftsverwaltung (LIL) die Fläche erwerbe und weiterentwickele. Sollte bereits ein Beschluss für die Zwei-Hektar-Fläche gefällt werden, werde das erschwert. Ausschussvorsitzender Thomas Jahn wollte zudem noch auf die schriftliche Begründung der Bezirksregierung zur Ablehnung der Vier-Hektar-Variante warten. Die große Lösung sei „noch nicht vollständig ad acta gelegt", aber es müsse geklärt werden, ob die Anwohner das wollen.

Deshalb wurde die Entscheidung vertagt.Im Bereich Bachstraße/Wiesenstraße geht es um etwa elf, zwölf neue Wohneinheiten, vorgesehen sind Einfamilien- oder Doppelhäuser mit maximal zwei Wohneinheiten. Und doch könnte mit dem hier dann gültigen Bebauungsplan Geschichte geschrieben werden – weil die viel gescholtenen Schottergärten laut Vorschlag der Verwaltung verhindert werden sollen. Demnach soll festgesetzt werden, dass die Vorgartenbereiche begrünt werden müssen und nicht versiegelt werden dürfen, ausgenommen Wege und Parkflächen, erklärte Michael Kriszan vom Fachbereich für Bauen, Planen, Ordnung. Ein Vorschlag, der überwiegend wohlwollend aufgenommen wurde.

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