Bielefeld/Leopoldshöhe. Auf der Dauerbaustelle der B66n bei Asemissen gibt es nach monatelangem Stillstand wieder etwas Bewegung: Laut einer Mitteilung vom Landesbetrieb Straßen.NRW nimmt ab Montag, 15. September, eine neu beauftragte Baufirma die Arbeiten am letzten geplanten Bauabschnitt auf. Im Mittelpunkt steht die Brücke zwischen der Gewerbe- und der Detmolder Straße – genau jenes Bauwerk, das durch die Insolvenz des ursprünglich zuständigen Unternehmens ins Stocken geraten war. „Die Baufirma wird zunächst in Fahrtrichtung Bielefeld innerhalb der Inselbaustelle eine Baustraße schaffen“, erläutert Maximiliane Plöger, Sprecherin der Straßen NRW-Regionalniederlassung OWL. Dafür werden enorme Mengen von Boden und Material abgetragen, um auf das Höhenniveau der neuen Bundesstraße zu gelangen. „Anschließend beginnen dann die Gründungsarbeiten für das Brückenbauwerk“, sagt Plöger. Für die Autofahrer und vor allem die zahlreichen Pendler zwischen Lippe und Bielefeld bedeute dies „nur kurze Einschränkungen durch den Baustellenverkehr“, verspricht die Sprecherin. „Der Verkehr wird während der Bauzeit wie gewohnt über die Rampen links und rechts der Inselbaustelle geführt.“ Wenn nun alles glatt läuft, ist eine Fertigstellung des gesamten Straßenabschnittes für Anfang 2027 geplant – rund sechs Jahre später als der ursprünglich vorgesehene Termin. Mehr als 30 Jahre vom ersten Plan bis zum ersten Spatenstich Mehr als 30 Jahre ist es her, dass erstmals Pläne für den rund 2,1 Kilometer langen Ausbau vom Rollkrug in Ubbedissen auf Bielefelder Seite bis zum Scherenkrug im Leopoldshöher Ortsteil Asemissen vorgelegt wurden. Vor fast auf den Tag genau acht Jahren, Ende August 2017, wurde dann mit der Enthüllung des wegen der Bauarbeiten versetzten Preußisch-Lippischen Grenzsteines symbolisch der erste Spatenstich für das mit 19 Millionen Euro an Investitionskosten veranschlagten Projekt durchgeführt – unter anderem vom damaligen NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU). Im Jahr 2021 sollte der Verkehr auf der neuen Straße rollen. Doch nach dem ersten Spatenstich folgten dann lange Stillstand und eine Vielzahl von Verzögerungen. Streitigkeiten mit der Bauleitung, Pandemie-Effekte und allgemeine Probleme in der Branche ließen die Zeitpläne immer wieder platzen. Erst im Oktober 2020 starteten schließlich die eigentlichen Straßen- und Brückenbauarbeiten. Doch die Probleme rissen nicht ab: Der zwischenzeitlich als Termin genannte Sommer 2024 wurde ebenfalls einkassiert, weitere Scherereien mit dem ausführenden Bauunternehmen ließ auch den danach gesteckten Zeitplan platzen. Zuletzt sorgte im Februar dieses Jahres die Insolvenz der für den Brückenbau engagierten Firma dafür, dass aus Anfang 2026 inzwischen 2027 geworden ist – von den Kosten ganz zu schweigen: Die Investitionssumme wurde bereits im Frühjahr 2024 mit nunmehr rund 37 Millionen Euro fast doppelt so hoch beziffert, wie ursprünglich angenommen – eine weitere Steigerung steht bis zur Fertigstellung zu befürchten. Viele Hiobsbotschaften und eine gute Nachricht Bei allen Hiobsbotschaften bleibt die gute Nachricht, dass in wenigen Tagen die Bauarbeiten nun endlich fortgesetzt werden. Seit dem erzwungenen Baustopp wurden verschiedene Arbeiten aus dem vorherigen Bauabschnitt abgeschlossen, darunter die Montage von Schutzplanken im April, der Bau einer Betonschutzwand im Mittelstreifen sowie Markierungs- und Beschilderungsarbeiten im Mai. „Neben dem Bau der Brücke als Überführung über die Bundesstraße finden vereinzelt weitere Restarbeiten statt“, sagt Maximiliane Plöger. „Dazu gehören vor allem Schutzeinrichtungen wie Anpralldämpfer und Schutzplanken.“ Mit der Fertigstellung in knapp eineinhalb Jahren soll dann endlich der Dauerstau auf der viel befahrenen Straße ein Ende haben: Die 20.000 Autos werden dann ohne Ampeln über die Straße geführt – ebenso die rund 13.000 Fahrzeuge, die täglich über die zwei querenden Straßen rollen.