Ein neuer "Schweinetempel" für die Oerlinghauser Museumsschweine

Gunter Held

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Christian Schürmann hat den Schweinestall aus dicken Stämmen gebaut. Die massive Bauweise ist notwendig, weil Schweine neugierig und hartnäckig sind. Das Dach besteht aus Grassoden.  - © Karl Banghard
Christian Schürmann hat den Schweinestall aus dicken Stämmen gebaut. Die massive Bauweise ist notwendig, weil Schweine neugierig und hartnäckig sind. Das Dach besteht aus Grassoden.  (© Karl Banghard)

Oerlinghausen. Nicht nur frühmittelalterliche Gebäude kann man im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen besichtigen, sondern auch Tiere werden wie früher gehalten. Die Düppeler Weideschweine sehen ähnlich aus wie frühmittelalterliche Schweine, und die museumseigenen Ziegen hausen in typisch steinzeitlichen Ziegenställen.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte das Museum nicht am 1. April die Saison eröffnen. Diese Zwangspause nutzten der Technischer Leiter Christian Schürmann und sein Kollege Archäotechniker Söhnke Raimann, den ehemaligen Stall der Düppeler Weideschweine fachgerecht zu erneuern.

„Der Stall war in die Jahre gekommen und abgängig. Wir haben die Zeit bis zur verspäteten Saisoneröffnung für die Erneuerung genutzt, damit wir unsere Besucher nicht stören", erklärte Schürmann. „Wir haben jedoch unsere Gäste in den sozialen Medien an den Baufortschritten teilhaben lassen", sagt Museumsdirektor Karl Banghard.

Die Düppeler Weideschweine sind zwar keine Rückzüchtung, haben aber Ähnlichkeit mit mittelalterlichen Schweinen. - © Karl Banghard
Die Düppeler Weideschweine sind zwar keine Rückzüchtung, haben aber Ähnlichkeit mit mittelalterlichen Schweinen. (© Karl Banghard)

Was dort unter Ausschluss der Öffentlichkeit entstanden ist, das kann sich sehen lassen: Als massiver Eichenkernholzblockbau entstand ein neuer Koben für die Tiere. Die Konstruktion musste so schwer und massiv sein, da Schweine Hindernisse mit gewaltiger Energie wegschieben können. Und das Buddeln im Unterholz liegt den Schweinen in den Genen. Rechtzeitig zur Eröffnung war der Stall fertig und die Schweine konnten in ihr neues Domizil einziehen.

„Es ist mehr ein Schweinetempel als ein Schweinestall, aber unsere Schweinchen haben es verdient und fühlen sich schon sauwohl", sagt Banghard. „Auch wenn es in dieser für uns wirtschaftlich so schwierigen Zeiten eine echte Herausforderung ist, so eine Investition zu stemmen, freuen wir uns umso mehr über eine weitere Attraktion für unsere Gäste", ergänzt Geschäftsführer Klaus Stein.

Kabarettkonzert zugunsten des Museums

„Unser Dank gilt dem Helpuper Museumsfreund Wilfried Kohlmeyer, der mit seiner großzügigen Spende die Umsetzung des Projekts ebenfalls unterstützt hat."

Auch die Ziegen erleben gerade ihre ersten Tage in ihrem Freilichtparadies. Beide Tierarten sowie die frühmittelalterlichen Ställe können während der Öffnungszeiten bestaunt werden.

Etwas so gar nicht Archäologisches passiert Anfang August im Freilichtmuseum. Joachim H. Peters, Thorsten Hasselberg und Jörg Czyborra werfen ihren Optimismus der Corona-Pandemie entgegen. Am Sonntag, 2. August, gibt es ab 17 Uhr im Museum ein Freiluftkonzert.

Joachim H. Peters wird Auszüge aus seinem neuen Kabarettprogramm präsentieren. Musikalisch begleitet wird er von Thorsten Hasselberg und Jörg Czyborra. Der Reinerlös der Veranstaltung kommt dem Archäologischen Museum zugute. Der Eintritt beträgt 10 Euro und beinhaltet den Eintritt ins Museum. Karten gibt es an der Kasse des Archäologischen Freilichtmuseums und in der Buchhandlung Blume.

Für die Sicherheit wird gesorgt: Joachim Peters bringt Handschellen mit. Darüber hinaus ist Mund-Nasen-Schutz beim Ein- und Ausgang Pflicht, die Kontaktdaten werden vier Wochen gespeichert, bevor sie vernichtet werden und die Veranstaltung ist auf maximal 100 Zuschauer beschränkt.

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