Schieder-Schwalenberg. Seit Mai arbeitet Stipendiat Michael Eppler aus Leipzig im Künstlerhaus in Schwalenberg; derzeit sind die Ergebnisse seiner Stipendiatszeit in der Abschlussausstellung „Permanent vacation” im Robert Koepke Haus zu sehen. Ergänzt wirddie Ausstellung durch Werke der beiden Gastkünstlerinnen Lisa Wölfel und Theresa Rothe, die in Leipzig in einer Ateliergemeinschaft mit Michael Eppler arbeiten.
Während seines Stipendiums in Schwalenberg habe sich Eppler überwiegend mit Zeichnungen befasst, erklärt die Kulturagentur des Landesverbandes Lippe in einer Pressemitteilung. „Eppler zeichnet oft im Freien die unmittelbare Umgebung. Eppler nähert sich vor allem dem, was der Mensch aus seinem Umfeld und der Natur gemacht hat, er beobachtet und vergleicht, und arbeitet mit feinster Tuschezeichnung genau die kleinen Eigenheiten heraus“, erklärt die Kulturagentur.
Neue „Teutoburger-Wald”-Serie
Diese Herangehensweise findet sich auch in kleinformatigen Zeichnungen von Landmarken und Ausflugszielen in der neuen „Teutoburger-Wald”-Serie. Motive sind unter anderem die 1000-jährige Linde in Elbrinxen, der Schiedersee, die Windpark-Baustelle in Brakelsiek, Supermarktparkplätze und Freibäder. „Die Bildmotive sind angefüllt mit den Erwartungen, die der Künstler vorab hatte, gepaart mit den Beobachtungen vor Ort“, erklärt der Landesverband.
Aus all diesen gesammelten Motiven sei schließlich eine fünf Meter hohe und 4,50 Meter breite „Riesenzeichnung aus Schwalenberg” entstanden: „Eppler hat im Atelier verschiedene Motive, die er unterwegs gesammelt hat, vereint und so die gesamte Atmosphäre des Ortes auf drei große, zusammengefügte Papierbahnen gebannt - Fachwerk trifft Supermarktparkplätze und Freibad-Architektur.
Lisa Wölfels überwiegend großformatige Menschenbilder und Tiermotive sind expressiv und farbgewaltig und changieren zwischen Abstraktion und Figuration, zwischen Intuition und Kontrolle. Eines ihrer generellen Interessen ist die Verbindung von Natur und Mensch. Das Motiv muss überraschen, auch beim mehrmaligen Hinsehen: wenn dieses Kriterium erfüllt ist, ist ein Bild in den Augen von Lisa Wölfel fertig.
Traumbilder und Fantasien bilden häufig die Ausgangslage der riesigen Stoffskulpturen von Theresa Rothe, die in einer Auseinandersetzung mit dem Unbewussten münden und sich durch eine starke Ambivalenz auszeichnen. Verschiedene Nuancen von surrealistischem und persönlichem Erleben kreieren ein Spannungsfeld, welches zwischen Groteskem und Spiel, These und Antithese, Traum und Realität, Innen und Außen changiert.
Am Sonntag, 13. Oktober, sind Lisa Wölfel und Michael Eppler von 14 bis 17.30 Uhr in der Ausstellung im Robert Koepke Haus anwesend und geben in Gesprächen Einblick in ihr Werk, aber auch in die Arbeiten von Theresa Rothe.