Schleppjagd: Hundemeute verletzt Frau und Labrador

Jens Reichenbach

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Verletzt: der Schwarze Labrador Joe (4). - © Privat
Verletzt: der Schwarze Labrador Joe (4). (© Privat)

Bielefeld. Seit Sonntagmittag bangt ein Bielefelder Ehepaar um das Leben seines vierjährigen Labradors Joe. Simone Fürst war mit ihm im Sennestädter Wald unterwegs, als sie mit einer Meute von Jagdhunden konfrontiert wurde. Ihr zufolge kam es zu einer wilden Beißerei. Was genau dazu geführt hatte, ist aktuell Bestandteil polizeilicher Ermittlungen. Die Ärzte der Tierklinik kämpften in einer stundenlangen OP um das Leben des Rüden.

Das Ehepaar Fürst erhebt schwere Vorwürfe gegen die Veranstalter der sogenannten Schleppjagd. Schleppjagden sind Reitsportveranstaltungen, bei denen Jagdhunde gefolgt von mehreren Reitern einer Duftspur („Schleppe") im Gelände folgen. Die Spurenleger reiten der Meute voraus. Während des Ritts durch die Senne trafen zunächst die Spurenlegerinnen auf Fürst: „Die Reiterinnen sind auf mich zugekommen und sagten, dass ich zusehen solle, hier wegzukommen. Hier komme gleich eine Meute durch."

Joe und sein Frauchen weichen zurück. Doch die Hunde folgen plötzlich nicht mehr ihrer Spur, sondern jagen nun Joe. Das bestätigt auch der Jagdleiter. Fürst: „Das waren bestimmt 20 Tiere. Ich habe mich sofort vor Joe gestellt, aber die Hunde kamen von überall." Eine gefühlte Ewigkeit dauert es laut Fürst, bis die Reiter eintreffen und mit ihren Peitschen auf die Jagdhunde einwirken. „Joe wäre hier gestorben, wenn die nicht dazwischengegangen wären."

Dass die Sennestädterin selbst auch in die Wade gebissen wird, merkt sie erst gar nicht. Der Jagdleiter habe lediglich einen großen schwarzen Hund wahrgenommen: „Der war so wild, der hat sein Frauchen selbst gebissen", sagt er. Fürst kann nicht glauben, was ihr vorgeworfen wird: „Natürlich hat er sich gedreht. Aber Joe hat mich niemals gebissen." Was der Schleppjagdleiter offenbar nicht erkennt, sind die schweren Bisswunden des Labradors. Er reitet davon. „Der Tierarzt in der Klinik sagte uns, dass er so tiefe Bisse schon lange nicht mehr gesehen habe", erinnert sich die Halterin.

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