NRW verhängt schärfere Vorgaben ab Samstag - die Übersicht

Jemima Wittig

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Clubs und Diskotheken müssen schließen. - © Symbolbild: Pixabay
Clubs und Diskotheken müssen schließen. (© Symbolbild: Pixabay)

Düsseldorf. Nach der Ankündigung von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), die Bund-Länder-Corona-Beschlüsse schnell umzusetzen, folgt am Freitagnachmittag die neue Coronaschutzverordnung. Darin werden die Vorgaben noch verschärft. Sie gelten bereits ab dem morgigen Samstag.

Bund und Länder hatten sich am Donnerstag auf eine Reihe von bundesweit einheitlichen Maßnahmen wie eine 2G-Regelung im Einzelhandel verständigt. Mit Ausnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf - wie Supermärkte - dürfen dann nur noch Geimpfte oder Genesene in Läden. Bei einigen Regelungen haben die Bundesländer einen Entscheidungsspielraum.

"Wir befinden uns in einer sehr kritischen Lage und es fällt uns allen schwer, dass wir jetzt allen Menschen in unserem Land Einschränkungen abverlangen müssen – auch denen, die durch eine Impfung ihren Beitrag zur Überwindung der Pandemie geleistet habe", sagt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. "Jedem muss inzwischen klar sein: Ohne Impfung werden wir unsere Normalität nicht zurückbekommen. Ich hoffe, dass diejenigen, die das bislang anders gesehen haben, nun zur Vernunft kommen."

Clubs und Diskotheken müssen schließen

Als Einrichtungen mit hohen Infektionsrisiken müssen Clubs und Diskotheken auch für immunisierte Personen schließen. In Kreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 350 soll bei privaten Feiern und Zusammenkünften eine Teilnehmergrenze von 50 Personen (Geimpfte und Genesene) in Innenräumen und 200 Personen (Geimpfte und Genesene) im Außenbereich gelten.

Veranstaltungen

Die Zuschauerzahl für überregionale Sport-, Kultur- und ähnliche Großveranstaltungen wird stark reduziert. Künftig sollen maximal 30 bis 50 Prozent der Platzkapazität genutzt werden dürfen. In Innenräumen dürfen es aber höchstens 5.000 Besucher und im Freien höchstens 15.000 sein. Es gilt die 2G-Regelung und Maskenpflicht. Weihnachtsmärkte dürfen geöffnet bleiben unter der 2G-Regelung.

Kontakte

Private Zusammenkünfte im öffentlichen oder privaten Raum, an denen nicht geimpfte und nicht genesene Menschen teilnehmen, sind auf den eigenen Haushalt sowie höchstens zwei Menschen eines weiteren Haushaltes zu beschränken. Kinder bis zum Ende des 14. Lebensjahres sind ausgenommen. Ehegatten, Lebenspartner und Partnerinnen beziehungsweise Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gelten auch ohne gemeinsamen Wohnsitz als ein Haushalt. Die Regelung gilt nicht für private Zusammenkünfte, an denen ausschließlich Geimpfte und Genesene teilnehmen.

Einzelhandel

Im Einzelhandel gilt jetzt mit Ausnahme von Geschäften des täglichen Bedarfs die 2G-Regelung. Weiterhin gilt die 2G-Regel auch für Veranstaltungen und freizeitbezogene Einrichtungen.

Silvester

Der Verkauf von Böllern und Feuerwerk zu Silvester wird in diesem Jahr - wie schon im vergangenen - verboten sein. Auf besonders publikumsträchtigen Plätzen soll es zudem ein Feuerwerksverbot geben. Einige Städte in Nordrhein-Westfalen wie Düsseldorf hatten bereits ein Böllerverbot für bestimmte Bereiche verkündet.

Impfen

Um das Impfen zu beschleunigen, dürfen künftig auch Zahnärzte, Apotheker und Pflegefachkräfte den Corona-Impfstoff spritzen. Viele Apotheken starten nach Verbandsangaben mit den Vorbereitungen. Insgesamt sind bisher 71,8 Prozent der Menschen (Stand 2. Dezember 2021) in NRW vollständig geimpft.

Hochschulen

Die Landesregierung hat auch eine neue Corona-Epidemie-Hochschulverordnung erlassen. "Diese gibt den Hochschulen je nach Infektionslage die Möglichkeit, den Anteil von Präsenzveranstaltungen innerhalb eines Studiengangs auf mindestens ein Viertel zu reduzieren", heißt es in der Mitteilung des NRW-Gesundheitsministeriums. "So können Hochschulen eigenständig, flexibel und angemessen auf die jeweilige Pandemiesituation vor Ort reagieren." Freiversuche und die Möglichkeit zum Rücktritt werden wiedereingeführt, soweit die Hochschule nichts Anderes regelt. "Wichtige Grundlagen hierfür sind die hohe Impfquote unter Studierenden, eine möglichst umfassende Kontrolle der 3-G-Nachweise und die allgemeinen und tragfähigen Infektionsschutzvorkehrungen an den Hochschulen." Die neue Fassung gilt bereits seit dem 2. Dezember.

Die bundesweiten Corona-Regeln in der Übersicht:


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