Bielefeld. Der Ausblick auf Bielefeld war immer da. Jetzt kommt allerdings auch das passende Restaurant dazu: Am heutigen Mittwoch, 6. August, öffnet um 18 Uhr das „Stadtblick“ auf der Sparrenburg offiziell seine Türen. Was die Gäste erwartet, konnten Vertreter der Stadt Bielefeld und der Politik bereits gestern bei einem kleinen Vorgeschmack erleben – und sie zeigten sich sichtlich beeindruckt. „Das letzte Mal, dass ich hier war, war die Terrasse noch leer“, sagt Bielefeld Marketing-Geschäftsführer Martin Knabenreich staunend. Denn jetzt flackern Gaslaternen im Wind, Decken mit eingesticktem Logo liegen bereit, stilvolle Möbel fügen sich harmonisch in die historische Umgebung ein. Nur Platz nehmen durften die Gäste gestern noch nicht. Das bleibt denen vorbehalten, die für heute oder die kommenden Abende reservieren konnten – für die ersten Tage ist das „Stadtblick“ bereits ausgebucht. Wer keinen Tisch bekommen hat, soll aber nicht verzagen: „Wir sind ja noch etwas länger hier“, sagt der neue Pächter, der 30-jährige Gastronom René Sygusch. Dass jetzt endlich der große Tag gekommen sei, mache ihn nicht nervös. Im Gegenteil: „Das ganze Projekt mit dem Umbau hat mir sogar Spaß gemacht. Aber irgendwann will man dann auch endlich öffnen.“ Schlüsselmoment mit der Baudezernentin Dafür hat er jetzt auch das richtige Werkzeug. Denn bei der kleinen Feierstunde am Vorabend der Eröffnung wurde Sygusch symbolisch der „Schlüssel zur Burg“ überreicht. Baudezernentin Claudia Koch betonte die Bedeutung des Ortes: „Die Sparrenburg ist ein wichtiger Ort, wenn nicht das Herzstück der Stadt.“ Die Wiedereröffnung nach umfangreicher Sanierung sei ein Meilenstein: „So ein Projekt funktioniert nur mit Menschen, die mit Herzblut dabei sind und an einem Strang ziehen.“ Ihr besonderer Dank galt dem ISB-Team mit Architektin Eva Schreiber sowie den beiden Betriebsleitern Jürgen Bültmann und Christine Harodt. „Ich weiß, dass hier mächtig Nerven gelassen wurden“, so Koch. Die Mühen und der vergossene Schweiß haben sich aber gelohnt, wie die ersten Gäste des „Stadtblicks“ sehen konnten. Mehr als 1.000 Quadratmeter wurden saniert, 1,5 Millionen Euro investiert. Von der neuen Lüftungsanlage unter dem Dach bis zum Weinkeller wurde alles modernisiert. Dabei galt stets: Den Charakter der Burg erhalten, nicht überdecken. Materialien wie Kalkputz, Eiche und Naturstein betonen die Authentizität. So etwa auch im Treppenhaus der Burg: „Unser Plan war es, die Räume wieder zur Geltung zu bringen“, sagt Eva Schreiber, die von einer „kathedralen Wirkung“ des Treppenhauses schwärmt. Für sie sind die Arbeiten in der Burg indes noch nicht abgeschlossen: Das neue Trauzimmer des Standesamtes zieht eine Etage höher in einen deutlich größeren, helleren Raum, es soll voraussichtlich im Oktober fertig werden. Dann fehlt nur noch der Feinschliff. Davon ist das Restaurant von René Sygusch allerdings nur noch am Rande betroffen. Der gelernte Koch mit Stationen in den USA, der Schweiz und Skandinavien, freut sich darauf, sein Konzept endlich auf den Tisch bringen zu können: „Regional, saisonal, hochwertig und alltagstauglich – das ist unser Anspruch. Wir wollen Qualität vor Quantität stellen.“ Das findet sich auch in der Speisekarte: Neben Klassikern wie Rindertatar, Caesar Salad und Dorade finden sich auch ausgefallenere Gerichte wie Lammrücken mit Haselnussjus oder ein Überraschungsmenü in vier Gängen. Fürs Teilen gibt es kleine Happen und für Paare sogar Beef Wellington für zwei. Tag der offenen Tür am Sonntag Geöffnet ist zunächst mittwochs bis freitags von 18 bis 23 Uhr, am Wochenende sogar bis 23 Uhr. Die Küche schließt jeweils um 21.30 Uhr. Ob es in Zukunft auch einen Mittagstisch geben wird? „Wir müssen schauen, was gewünscht ist“, sagt Sygusch. Aktuell sind 35 Mitarbeitende an Bord, darunter auch eine Auszubildende in der Küche. Es kann also endlich losgehen. „Wir freuen uns, dass die Sparrenburg wieder durftet, schmeckt und Menschen verbindet“, sagt Dezernentin Claudia Koch. „Und dass sie das Wahrzeichen der Stadt bleibt.“ Wer in den ersten Tagen des „Stadtblicks“ keinen Platz bekommen hat, kann sich am Sonntag, 10. August, selbst ein Bild machen: Ab 11 Uhr beginnt ein „Tag der offenen Tür“ mit Live-Musik, Kinderschminken, kulinarischen Kostproben und einem großen Rahmenprogramm. Dienstleister, Musiker, Fotografen und das Stadtblick-Team geben Einblicke in die Möglichkeiten für Feiern und Events auf der Burg.