EA und Maxis haben zum Jahresauftakt 2026 einen selten klaren, aber strategisch formulierten Blick in die Zukunft der „Sims“-Marke gewährt – und dabei vor allem eines betont: Die Kernwerte der Reihe sollen unangetastet bleiben, auch wenn sich das Franchise strukturell stark verändert.
Statt einer einfachen Ankündigung von „Die Sims 5“ zeichnet sich ein mehrgliedriges Ökosystem aus klassischer Singleplayer-Simulation, mobilen Multiplayer-Erfahrungen und laufenden Tests unter dem Label „The Sims Labs“ ab.
Werteversprechen: Vielfalt als Absicherung
Im offiziellen Blogpost unterstreicht das Team, dass „Die Sims“ weiterhin auf Offenheit für alle Lebensrealitäten, Wahlfreiheit, Kreativität, Community und spielerische Experimente setzt – ein bewusster Kontrapunkt zu der Sorge, mit neuen Besitzverhältnissen oder Geschäftsmodellen könne die Serie ihre Identität verlieren.
„Die Sims“ wird darin als „lebende Welt“ beschrieben, in der jede Identität und jede Lebensgeschichte Platz haben soll – ein Selbstbild, das zugleich kulturelles Kapital und kommunikatives Schutzschild in Zeiten von Übernahmen, Leaks und Monetarisierungsdiskussionen ist.
Was passiert mit „Die Sims 4“?
Der vielleicht wichtigste Satz für die bestehende Spielerschaft: EA bekennt sich ausdrücklich zu weiteren Inhalten und Verbesserungen für „Die Sims 4“ und bezeichnet tiefgreifende Singleplayer-Lebenssimulationen auf PC und Konsole als unverrückbaren Pfeiler der Marke.
Mehr als die Hälfte des globalen „Sims“-Entwicklerteams soll laut Blog an „Die Sims 4“ und einer „nächsten Evolution“ arbeiten – ein klarer Hinweis darauf, dass das aktuelle Spiel zwar perspektivisch in eine neue Generation übergehen wird, aber nicht abrupt abgelöst wird.
Ist „Project Rene“ der Nachfolger – oder ein anderes Spiel?
„Project Rene“, lange in der Community als potenzielles „Sims 5“ gehandelt, wird von EA nun explizit als separates, „soziales, kollaboratives, mobile-first Life-Sim-Spiel“ beschrieben.
Der Titel soll stark auf gemeinsames Bauen, Teilen und kreatives Miteinander setzen und richtet sich damit an Spielerinnen und Spieler, die „direkt mit anderen Simmers interagieren wollen“ – nicht an jene, die primär einen tiefen, systemischen Singleplayer-Sandkasten erwarten.
Wird es noch ein klassisches „Sims 5“ geben?
EA vermeidet weiterhin den Namen „Sims 5“, spricht aber im gleichen Atemzug neben „Project Rene“ von einer „next evolution“, also einer nächsten Entwicklungsstufe der klassischen Lebenssimulation.
Wir sehen in diesen Formulierungen einen deutlichen Hinweis auf ein eigenständiges, künftiges Singleplayer-Projekt neben dem Mobile-Fokus von „Rene“, während „Die Sims 4“ mit letzten großen Erweiterungen und kleineren Kits in eine Übergangsphase geführt wird.
Was sind „The Sims Labs“, „Life Together“ und „Town Stories“?
Unter dem Label „The Sims Labs“ sollen 2026 vermehrt frühe Prototypen und Markt-Tests laufen, die experimentelle Features, neue Städte und soziale Mechaniken austesten – namentlich ist von „Life Together“ und „Town Stories“ die Rede.
Diese Builds erscheinen teils nur in ausgewählten Regionen und können sich in Tonfall, Monetarisierung und Design noch deutlich ändern oder vollständig verschwinden, da Maxis die Methode „Spaß früh finden“ zur offiziellen Entwicklungsphilosophie erklärt.
Wohin steuert die Marke strategisch?
Die Roadmap legt nahe, dass EA „Die Sims“ zu einem Markenverbund aus PC-, Konsolen- und Mobile-Erlebnissen umbaut, der von einem stabilen Singleplayer-Kern und mehreren, unterschiedlich fokussierten Spin-offs getragen wird.
So entsteht ein Spannungsfeld: Einerseits die Zusicherung, die Werte und den klassischen Solo-Sandkasten zu schützen, andererseits eine deutliche Öffnung hin zu Live-Service-Logiken, Social-Features und mobilen Plattformen, die neue Zielgruppen und zusätzliche Einnahmemodelle erschließen sollen.
Bleibt „Die Sims“ ein Singleplayer-Spiel?
Ja, zumindest ein wesentlicher Teil: EA verspricht ausdrücklich, dass tiefe Singleplayer-Lebenssimulationen auf PC und Konsole „immer“ Teil der Zukunft bleiben und weiterhin aktiv entwickelt werden.
Wird „Project Rene“ das klassische „Die Sims“ ersetzen?
Nein, „Project Rene“ wird als eigenständige, mobile-first, stark soziale Erfahrung positioniert und ausdrücklich nicht als Nachfolger von „Die Sims 4“ bezeichnet.
Lohnt es sich noch, in „Die Sims 4“ zu investieren?
Angesichts weiterer Erweiterungen, Kits und Updates sowie des großen Entwicklerfokus spricht vieles dafür, dass „Die Sims 4“ mittelfristig als Hauptplattform bestehen bleibt – wahrscheinlich flankiert von einem neuen Singleplayer-Projekt, aber nicht schlagartig abgelöst.
Wie können Spielerinnen und Spieler Einfluss nehmen?
EA verweist auf laufende Playtests, limitierte Marktstudien und Feedback-Kanäle über offizielle Foren, Discord und soziale Netzwerke – ein Versuch, das Community-Narrativ „Wir bauen die Zukunft gemeinsam“ dauerhaft zu verankern.
Was bedeutet das alles für die Identität der Reihe?
Die Kommunikationslinie zielt darauf, die Marke gleichzeitig zu beruhigen und zu öffnen: „Die Sims“ soll als vertrauter Ort für persönliche Geschichten bleiben, während sich rundherum ein Cluster neuer Formate bildet, das die Franchise stärker in Richtung Plattform und Service rückt.