Augustdorf. Lang, lang ists her: Im September 2018 hat der Augustdorfer Rat beschlossen, dem Antrag des Tierschutzvereins „Unsere Hände für viele Pfoten" stattzugeben und eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Katzen im Gemeindegebiet einzuführen. Der damalige Bürgermeister Dr. Andreas Wulf äußerte rechtliche Bedenken und hat den Beschluss beanstandet. Seither liegt die Angelegenheit bei der Kommunalaufsicht. Doch warum zieht sich die Entscheidung zu dem Thema so lange hin? Von der Pressestelle des Kreises Lippe heißt es dazu: „Die Katzenpopulation und speziell die Situation freilaufender Katzen in Lippe sind Gegenstand verschiedener Erhebungen des Kreises in den letzten Monaten gewesen. Diese Erhebungen werden zurzeit noch ausgewertet." Da das Ergebnis dieser Untersuchungen auch Auswirkungen auf die Frage haben dürfte, ob freilaufende Katzen allgemein oder im Einzelfall eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellen, sei die weitere Prüfung über die kommunalaufsichtliche Angelegenheit zunächst ausgesetzt worden. Sie soll wieder aufgenommen werden, sobald die Folgerungen aus den durchgeführten Untersuchungen gezogen sind. Entscheidung im Sommer Mit einer Entscheidung könne man erst Mitte des Jahres rechnen, heißt es weiter. Ob diese Einfluss auf die anderen lippischen Kommunen haben werde, lasse sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Laut dem Tierschutzverein „Unsere Hände für viele Pfoten" gibt es in allen lippischen Kommunen bereits eine Kastrationspflicht für Katzen – außer in Augustdorf, Bad Salzuflen, Dörentrup und Kalletal. Bürgermeister Thomas Katzer erklärt auf Nachfrage, dass er sich wegen des Themas mit der Kommunalaufsicht in Verbindung gesetzt habe. Ihm sei bewusst, dass „eine Entscheidung nicht ganz einfach ist", aber: „Ich persönlich bin für die Einführung der Kastrationspflicht."