Extertal-Almena. Es klingt erst mal unlogisch – und doch steckt ein Plan dahinter. Die Straße „Am Brink“ in Almena wird in Kürze aufgerissen, um aus dem bisherigen Mischwasserkanal einen getrennten Kanal zu machen: einen für Schmutzwasser und einen für Regenwasser. Das Wasser aus den getrennten Kanälen fließt dann aber in der Nähe wieder zusammen: im Kanal unter der Hauptstraße. Denn dort gibt es bislang nur einen Mischwasserkanal. Mit Betonung auf „bislang“, wie aus der Antwort von Bauamtsleiter Sven Herzog im Umweltausschuss auf die Fragen eines Anwohners hervorging. Der Bürger hatte angesichts der Umstände nach dem Sinn der Kanalbauarbeiten in der Straße „Am Brink“ gefragt. Dahinter steckt ein Masterplan für den Ortsteil, den eine Studentin im Rahmen ihrer Masterarbeit ausgearbeitet hat. Und eine Reihenfolge, die nach Herzogs Worten in der Kommunalpolitik beraten wurde. Damit klingt die Sache nicht mehr ganz so unlogisch. Puffer für Regenwasser Im August oder September 2025 geht es voraussichtlich los mit den Bauarbeiten in der Straße „Am Brink“. Dort wird auf etwa 430 Metern Länge der Kanal fürs Regenwasser von dem für die Abwässer der Häuser getrennt. Das Regenwasser wird am Ende in die Alme geleitet. Um bei Starkregen einen Puffer für das kleine Gewässer zu haben, entsteht auf der Nordseite der Hauptstraße kurz vor dem Ortseingang ein Regenwasser-Rückhaltebecken, wie der Bauamtsleiter im LZ-Gespräch erläuterte. Den Kanalbau in der Straße „Am Brink“ bezahlt nach Herzogs Worten die Gemeinde Extertal. Die Anwohner müssen sich allerdings selbst um die Anschlüsse auf ihren Grundstücken kümmern und entsprechende Kontrollschächte anlegen. Die Gemeinde legt die Anschlüsse bis einen Meter hinter die Grundstücksgrenze. Eine Bürgerversammlung hat es schon Anfang 2024 gegeben. Weil es bis zum Baustart gedauert hat, solle es eine weitere Versammlung bis zum Baubeginn geben, hieß es in der Sitzung. Hauptstraße kommt danach dran „Der nächste Schritt“ wird es dann nach Herzogs Angaben sein, den Kanal in der Hauptstraße auf dem etwa 500 Meter langen Stück zwischen der Einmündung zur Fütiger Straße und dem Ortsausgang auf Trennkanalisation umzustellen. Dafür gibt es allerdings noch kein konkretes Datum. Herzog schätzt, dass es in den kommenden drei bis vier Jahren so weit sein könnte. Die Wohnstraße wurde vorgezogen, weil die Kanalplanung für die Straße „Am Brink“ weniger aufwendig ist als für die Hauptstraße. Ohnehin ist die Kanalisation in Almena nach Angaben der Gemeindeverwaltung sanierungsbedürftig. Ziel der Umstellung ist, den Regenwasseranteil in den Schmutzwasserkanälen zu reduzieren. Regenwasser aus dem Schmutzwasser herauszuhalten, ist außerdem besser für die Umwelt. In Almena gibt es ein weiteres Problem: Der bisherige Mischwasserkanal läuft bei starkem Regen in die Alme über, wenn die Kapazität des zur Kläranlage führenden Kanals nicht reichen. Damit kommt ungeklärtes Schmutzwasser in das Gewässer – mehr als erlaubt. Das kann zu Fischsterben führen, wie es in der Masterarbeit heißt. Durch die Umstellung auf Trennkanalisation in Almena will die Gemeinde auch den Bau eines Retentionsbodenfilterbeckens überflüssig machen. Denn das würde vermutlich eine siebenstellige Summe kosten. Mit diesem Becken würde das Wasser aus dem Mischkanal gereinigt werden, bevor es in die Alme überfließen kann.